Mit dem Partner seiner Träume in die erste gemeinsame Wohnung ziehen, eines der schönsten Momente im Leben, wie ich finde. Anders als bei einer Single-Wohnung können aber auch allerhand Probleme die neue Gemeinschaft stören. Ob man wirklich zusammen passt, zeigt also erst das ständige Beisammensein. Nicht wenige Beziehungen müssen innerhalb der ersten Monate einen oder mehrere Härtetests durchlaufen. Schon bei der Wohnungseinrichtung gerät man erfahrungsgemäß oft aneinander. Klären wir zunächst, was sich mit einer gemeinsamen Wohnung prinzipiell ändert.

Was spricht für das Zusammenziehen mit dem Freund…

  • Möglichst alle Kosten werden gerecht geteilt, so bleibt mehr für jeden
  • Auch bei der Ersteinrichtung dürfte zu Beginn mehr zusammen kommen
  • Das Gefühl nach Hause zu kommen, wo bereits der Partner sehnsüchtig wartet, ist unbeschreiblich
  • Du bist nicht alleine, alle Probleme können gemeinsam gelöst werden
  • Auch die Hausarbeit wird komplett geteilt

Was dagegen spricht…

  • 2 Menschen, verschiede Bedürfnisse und Vorlieben, da sind häufige Konflikte vorprogrammiert
  • Je länger man zusammenlebt, umso öfter hat man den Wunsch, mal wieder völlig ungestört zu sein
  • Du kannst nicht einfach tun und lassen was du willst
  • Du musst auch mal zurückstecken können und Verständnis bringen, z.B. die Wahl des TV-Programmes dem Partner überlassen

Zusammenziehen – Planung ist das A und O

Durch die große Verliebtheit und Verbundenheit zum Partner scheint schon bald nichts wichtiger zu sein als ein gemeinsames Kuschelnest. Ist dies in die Tat
umgesetzt, zieht es vielen in kürzester Zeit die rosarote Brille von den Augen, da die Realität plötzlich ganz anders aussieht. So kann es immer öfter Stress geben, anstatt der gewohnten Zweisamkeit.

Das Zusammenziehen – Und typische Probleme

Durch voreiliges Zusammenziehen werden ungeahnte Gegensätze und Gewohnheiten des Partners deutlich. Wann der richtige Zeitpunkt für die erste gemeinsame Wohnung ist, muss jedes Paar für sich entscheiden. Im Idealfall haben Beide bereits das 18. Lebensjahr erreicht und können ihren Lebensunterhalt bis auf das Nötigste selbst finanzieren, ohne vom Partner abhängig zu sein. Ist dies nicht der Fall, kommt es spätestens in der ersten Wohnung zum großen Krach um das liebe Geld. Ideal ist das Zusammenziehen auch dann, wenn die ursprünglichen Wohnungen nicht weit voneinander entfernt liegen, damit sich für keinen der
Partner die Lebensumstände zu sehr verändern. Damit ist nicht nur die Entfernung zum Arbeitsplatz oder Schule gemeint, sondern auch die gewohnte Umgebung und der Kontakt zu Freunden und Verwandten. Wichtig ist letzten Endes, dass keiner der Partner zu große Opfer erbringen und auf Dinge verzichten muss, damit das Zusammenziehen klappt.

Gerade in jungen Jahren sollte das Zusammenziehen in die eigene Wohnung gut überlegt sein. Denn wenn die Beziehung den Härtetest nicht besteht, ist eine plötzliche Trennung von Hab und Gut genauso wenig einfach wie der Wiedereinzug bei den Eltern. Denn im Grunde kann nur einer in der Wohnung bleiben, während sich der ehemalige Partner eine neue Wohnung suchen muss oder zunächst wieder zu Hause einzieht. Problematisch kann es werden, wenn du die Wohnung allein nichtmehr bezahlen kannst. Deshalb ist es wichtig, dass sich bei Paaren beide als Hauptmieter im Mietvertrag eintragen. In diesem Fall muss der Partner dem plötzlichen Auszug zustimmen und kann so
seine eigene finanzielle Situation weiterhin sichern, bis eine Lösung gefunden wurde.

Dinge, die vor der ersten gemeinsamen Wohnung geklärt werden sollen

Bevor es richtig zur Sache geht, solltet ihr euch gründlich Gedanken über die Einteilung der Kosten, den groben Einrichtungsstil und der Haushaltsführung  für die erste gemeinsame Wohnung machen. Dafür muss man sich allerdings erst einmal darüber klar werden, wie man leben möchte.

  • Macht euch Notizen über folgende Fragen:
  • Welche Möbel können mitgenommen werden?
  • Wer kann wie viel Kapital für die Ersteinrichtung aufbringen?
  • Wie sollen die einzelnen Räume farblich gestaltet werden, damit jeder zufrieden ist?
  • Welchen Platz braucht man für Hobbys?
  • Ungefähre Lage, Größe und Ausstattung und Ansprüche an die erste gemeinsame Wohnung?  (Wanne, Balkon, Einbauküche etc.)

Schon während des Umzugs kann es ohne etwaige Planung zu heftigen  Auseinandersetzungen kommen, die nicht selten schon das Aus bedeutet haben. Daher sollten Paare immer bemüht sein, Kompromisse zu finden. Er darf die farbliche Gestaltung des Wohnzimmers übernehmen, während sie die Einrichtung des Schlafzimmers übernimmt.

Alle Wünsche und Vorstellungen gegenüber stellen und die Ergebnisse, mit denen jeder zufrieden ist, aufschreiben. So kann eigentlich nichts schiefgehen.

Weitere Lösungen auf typische Probleme findet ihr auch auf Wie-Wie.de

Erste Wohnung mit Freund oder Freundin: Kostenteilung und Kontoführung

Besprecht rechtzeitig, von welchem Konto die laufenden Kosten abgehen  sollen und wer was bezahlt. Es ist besonders wichtig, dass jeder einen gewissen Kostenanteil decken kann. Wenn 80% der Kosten vom Partner bezahlt werden, sind wiedermal Sorgen und Streitereien um das liebe Geld und die erste gemeinsame Wohnung vorprogrammiert. Der Idealfall wäre, wenn jeder 50% der laufenden Kosten (Miete, Strom, Lebensmittel, Telefon…) decken kann. Je nach dem, wessen Konto mit den dauerhaften Kosten belastet wird, ist es sinnvoll, das Kindergeld oder einen festen Betrag vom nicht belasteten Konto als Dauerauftrag umzuleiten, damit nicht jeden Monat neu überweisen werden muss. Dieser Betrag sollte alle Fixkosten zu 50% abdecken. Persönliche und
individuelle Ausgaben
kann dann jeder für sich bezahlen.

2 Möglichkeiten der Kostenteilung:

  • Halbe-Halbe
    • Alle Ausgaben sauber aufgelistet und 50:50 Ob auch persönliche Ausgaben wie Friseur oder Mitgliedschaftsbeiträge aufgeteilt werden, muss jeder für sich klären.
  • Je nach Einkommen
    • DieseMethode bietet sich an, bzw. ist zwingend
      notwendig, wenn ihr ein stark differenziertes Einkommen habt. h. einer kann das Geld für die 50:50 Variante nicht aufbringen. Demnach wird der besser Verdienende auch einen dauerhaft höheren Anteil an den Kosten tragen, solange es ihm nichts ausmacht.

Zur besseren Kostenkontrolle empfehle ich, ein Haushaltsbuch zu führen. Dies scheint zu Beginn sehr lästig, erweist sich aber auf Dauer als sehr hilfreich, denn es entlarvt große Kostenfresser und gibt dir mit der Zeit ein Gefühl dafür, wo du wie viel ausgeben kannst. Eine entsprechende Vorlage findest du im Anhang.

Zusammenziehen ohne HürdenSo übersteht die Beziehung den neuen Alltag

Am Morgen zusammen aufwachen und ebenso am Abend wieder einschlafen. Dazwischen liegen oft nicht nur die schönen Dinge des gemeinsamen Lebens, sondern von nun an auch Streitigkeiten wegen zumeist banalster Dinge wie dem Abwasch, Geld, Haushaltsführung, eingeengter Privatsphäre oder die merkwürdigen Freunde des Partners.

Dies ist natürlich nicht schön und keiner kann sich dies vor dem Zusammenziehen tatsächlich vorstellen. Tatsächlich entsprechen diese Tatsachen aus eigener Erfahrung oft der Realität. Du musst lernen, dich an die Lebensgewohnheiten des Partners anzupassen. Egal ob Fehlverhalten, Nachlässigkeit oder Versehen, sprich Probleme unbedingt an. Jene in sich hinein zu fressen, wirkt sich auf Dauer sehr schlecht auf eine funktionierende Partnerschaft aus. Versuche Kompromisse einzugehen, die für beide Seiten akzeptabel sind. Von Zeit zu Zeit sollten sich damit immer weniger Probleme wiederholen.

Erste gemeinsame Wohnung: Die Privatsphäre

Eines der wichtigsten Grundprinzipien in der ersten gemeinsamen Wohnung sind ausreichend Freiraum und Privatsphäre. Somit sollte jeder sein eigenes Zimmer haben, um sich bei Streitigkeiten oder bei bloßem Willen nach Ruhe und Entspannung in sein eigenes Reich zurückziehen zu können. Natürlich sollst du jetzt keine 4-Raum Wohnung mieten. Eine mit 2 Räumen ist jedoch aus eigener Erfahrung zu wenig, auch wenn sie aus finanzieller Sicht zunächst sinnvoller erscheint.

Nehmt euch, wenn das Geld es hergibt, eine 3-Raum Wohnung, quasi ein zusätzliches Arbeitszimmer. Dieses soll nicht nur als solches fungieren, sondern auch als Rückzugsort dienen. Außerdem muss der PC (meist auch Schreibtisch) selbst bei 2-Raum Wohnungen mit im Wohnzimmer seinen Platz finden. Dies kann auf Dauer sehr nervig werden, wenn der Partner beispielsweise nebenbei ständig den Fernseher laufen lässt.

Erste gemeinsame Wohnung: Setzt Grenzen und Regeln

Hat man sich zunächst erst einmal eingelebt, fallen plötzliche Gewohnheiten des Partners auf, die man noch gar nicht kannte und oft zur plötzlichen Krise führen kann. Daher solltet ihr frühzeitig gewisse Grenzen und Regeln setzten, um dieselben Krisenherde in Zukunft zu vermeiden.

Die gegenseitige Rücksichtnahme spielt also eine ganz entscheidende Rolle. Es ist zu vergleichen mit der Kunst des Geben und Nehmen. Fragen deinen Partner, ob es in Ordnung geht, dass gleich Kumpels zum Fußball gucken kommen oder der Freundinnenklatsch zu Hause stattfindet. Hierbei geht es nicht um das Was, sondern um das Wo. Denn der Partner kann und darf nicht gezwungen werden, die Wohnung und damit sein Reich für die Freunde des Partners zu räumen und ggf. wieder zurück zu stecken.

Versuche nicht, den Partner zu erziehen

Versuche nicht deinen Partner zu erziehen, indem er sich deinen Lebensgewohnheiten komplett anpasst, so wie du es gern hättest. Bei Problemen hilft nur ein klärendes Gespräch mit offenen Karten. So soll ruhig angesprochen werden, dass sich der Mann auch mal mehr am Hausputz beteiligen könnte, wohingegen sie nicht so oft vor dem Fernseher lungern soll. So muss jeder Part Abstriche bei seinen Ansprüchen machen und Kompromisse eingehen, damit auch in der gemeinsamen Wohnung eine harmonische Beziehung herrscht.

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