Möglichst bald von zu Hause ausziehen und in die eigene Wohnung schlüpfen. Wer hat schon nicht bereits im Kindesalter daran gedacht, nachdem es wiedermal Ärger mit den Eltern gab. Wie schon in einem der vorigen Artikel erwähnt, ist der Auszug auf rein rechtlicher Basis erst mit der Vollendung des 16. Lebensjahres möglich.

Ausziehen mit 16 oder mit 17 – Macht das einen Unterschied?

Im Grunde genommen kannst du eine eigene Wohnung oder WG beziehen, sobald du die Einwilligung deiner Eltern bekommst. Hierbei spielt es keine Rolle, ob du erst 16, oder schon 17 Jahre alt bist. Sie haben bis zu deiner Volljährigkeit das Aufenthaltsbestimmungsrecht und können quasi entscheiden, wo du wohnst, ob du willst oder nicht. Beachte auch, dass sie nach wie vor die volle Verantwortung für dich tragen. Dies ist einer der Gründe, warum viele Eltern ihre Kinder nicht ohne triftigen Grund ausziehen lassen.

Wichtig:

Deine Eltern müssen bis zu deinem 18. Lebensjahr alle Verträge für dich mit unterschreiben, somit auch einen etwaigen Mietvertrag für die erste eigene Wohnung. Zudem sind sie für deine finanzielle Absicherung verpflichtet und müssen dich dementsprechend stützen. Das beudetet für dich, dass ihre Unterhaltsfähigkeit immer jeglichen staatlichen Leistungen (außer Wohngeld) vorgezogen wird, solange ihre Einkommen die Freibeträge überschreiten.

So kann es trotzdem klappen:

Wenn du bereits mit 16 oder 17 nach dem Realschulabschluss eine betriebliche Ausbildung beginnst, bekommst du somit auch eine Ausbildungsvergütung. Abhängig von der Höhe der Vergütung kannst du dir bereits eine eigene Wohnung leisten und bräuchtest nun noch das Einverständnis der Eltern. Sollte die Lage zu Hause ohnehin angespannt sein, werden sie mit Sicherheit zustimmen und dir zusätzlich das Kindergeld überweisen.

Eine weitere Alternative könnte auch eine durch durch Schüler-BAföG geförderte, schulische Ausbildung sein. Allerdings gibt es auch hier einige Voraussetzungen, wie die Entfernung zum Elternhaus sowie Unterhaltsfähigkeit.

Gibt es staatliche Unterstützung?

Abgesehen vom Kindergeld kannst du zusätzlich BAB bekommen, abhängig von deinem Einkommen und dem deiner Eltern. Wohngeld ist beispielsweise ausgeschlossen, da du ja dem Grunde nach Anspruch auf BAB hast. Dessen Ablehnung müsstest du sonst vorlegen. Wie auch schon im Artikel Unterhalt erklärt, bist du zwar durch deine Eltern unterhaltsberechtigt, durch zu setzen wäre dies allerdings nur durch ein gerichtliches Verfahren.

Zusammenfassung

Wie du siehst, ist eine eigene Wohnung unter 18 auf jeden Fall machbar. Kümmere dich rechtzeitig um einen Ausbildungsplatz, um die erste Wohnung in solch jungen Jahren auch stemmen zu können. Eine gute Mischung aus Kindergeld, Nebenjob, Wohngeld und ggf. Unterhalt wäre eine weitere, machbare Lösungsmöglichkeit. Solltest du aus familiären Gründen gezwungen sein, aus zu ziehen, dann wende dich an das Jugendamt.

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