Wohngeld ist eine staatliche Unterstützung, welche bei geringem Einkommen einen Zuschuss zur Miete und somit für deine erste Wohnung geben kann, abhängig vom Gesamteinkommen des Haushaltes und der Höhe der Miete.

Folgende Kriterien bestimmen die Berechnung:

  • Anzahl der zu berücksichtigenden Haushaltsmitglieder oder erste gemeinsame Wohnung
  • Höhe Gesamteinkommen derer
  • Höhe der zuschussfähigen Miete
  • Mietenstufe der Stadt

 Nötige Unterlagen für das Wohngeldamt:

  • Verdienstbescheinigungen Arbeitgeber
  • Schulbescheinigungen
  • BAföG- oder BAB-Bescheide
  • Unterhaltsnachweise
  • Nachweis über Kapitalerträge aus Spareinlagen
  • Personalausweis

Wohngeldbestimmungen für Schüler, Auszubildende und Studenten:

Im Allgemeinen gilt der Rechtsgrundsatz, dass Studenten, Schüler und Auszubildende, die einen Anspruch auf BAföG oder BAB haben, kein Wohngeld beantragen können, da der Mietkostenzuschuss dort schon enthalten ist. Einen Wohngeldanspruch haben sie nur in dem Fall, wenn    ihnen dem Grunde nach kein BAföG oder BAB zustehen. Das Amt möchte dahingehend einen Bescheid über die entsprechende Ablehnung haben.

Wer zählt als Haushaltsmitglied im Sinne des Wohngeldes?

Studierende, Schüler oder Azubis, die dem Grunde nach einen Anspruch auf
BAföG \ BAB haben, können grundsätzlich kein Wohngeld erhalten, es sei denn, es liegt eine der nachfolgenden Ausnahmen vor:

  • Wer BAföG als Bankdarlehen bezieht, kann einen Wohngeldantrag stellen
  • Auch wer dem Grunde nach einen Anspruch auf BAföG hat und mit Kindern und/oder sonstigen Familienmitgliedern bzw. einem Partner zusammenwohnt, kann u.U. einen Wohngeldanspruch haben, sofern es im Haushalt mindestens
    eine Person gibt, die weder dem Grunde nach einen Anspruch auf BAföG noch auf Berufsausbildungsbeihilfe oder Ausbildungsgeld hat.
  • Ist ein  Haushaltsmitglied  durch BAföG vom  Wohngeld  ausgeschlossen, bist du trotzdem Wohngeld berechtigt, der Mietkostenanteil wird dann aber von deinen Bezügen abgezogen
  • Wohnt Ihr in einer Wohngemeinschaft mit anderen Studierenden, Auszubildenden oder sonstigen Personen zusammen, denen Ihr nicht familiär verbunden seid, kommt es seit dem 1.1.2009 nicht mehr darauf an, ob Ihr gemeinsam wirtschaftet oder nicht. Seid Ihr alle Mieter der Wohnung, kann jeder für sich einen Wohngeldantrag. Das selbige gilt, wenn einer Hauptmieter ist und die anderen Untermietverträge abgeschlossen haben. Ist einer Mieter der Wohnung und gibt es keine Untermietverträge, ist nur der Mieter
  • Die Miete für die Wohnung wird in diesem Fall um den Pro-Kopf-Anteil jedes Mitbewohners an der Miete gekürzt.
  • Wohnt Ihr mit anderen Studierenden oder sonstigen Personen, die Euch nicht familiär verbunden sind, in einer Wohngemeinschaft zusammen und habt Ihr alle zusammen den Mietvertrag unterschrieben, seid Ihr ebenfalls alle
    Da jedoch jeder für sich einen Haushalt führt, stellt jeder einen gesonderten Antrag für sich selbst, sofern jeweils ein Anspruch auf Wohngeld für ihn in Betracht kommt

Wer zählt nicht als Haushaltsmitglied?

Alle Haushaltsmitglieder, welche Hartz IV oder Sozialgeld, Übergangsgeld, Grundsicherung usw. enthalten. Sie bleiben bei der Berechnung der Höhe unberücksichtigt. Allerdings wird hier die Anzahl der nicht zu berücksichtigenden Haushaltsmitglieder bei der Höhe der Miete oder Belastung sowie beim Höchstbetrag für Miete und Belastung anteilsmäßig heraus gerechnet.

Was zählt zum Gesamteinkommen im Sinne des Wohngeldes?

  • alle Einkünfte im Sinne des Einkommensteuergesetzes
  • Hälftiges BAföG (außer Schüler-BAföG) sowie Unterhaltszahlungen
  • Kindergeld wird nicht berücksichtigt und bleibt außen vor

Das Mindesteinkommen

Da Wohngeld nur als Zuschuss zur Miete und nicht zum Lebensunterhalt gedacht ist, musst du ein Mindesteinkommen nachweisen können. Nicht nur die Anzahl der Haushaltsmitglieder und die Höhe der Miete spielen bei der Ermittlung des Wohngeldes eine Rolle. Auch das Einkommen ist relevant, und zwar das Einkommen aller Haushaltsmitglieder, sofern sie nicht vom Wohngeld ausgeschlossen sind. Wohnst du alleine oder in einer WG, kommt es nur auf dein eigenes Einkommen an. Der Regelsatz hierfür liegt bei 382€, bei einem Paar jeweils 328€. Kindergeld wird bei vielen Ämtern für das Mindesteinkommen einbezogen, jedoch nicht bei der Berechnung des eigentlichen Bedarfs. Hierfür musst du bei deiner Wohngeldstelle nachfragen.

Mindesteinkommen = Regelsatz + Warmmiete (inklusive Heizkosten)

Die Einkommensgrenze

Das zu berücksichtigende Einkommen wird je nach Art unterschiedlichen Freibeträgen (in %) zugeordnet. Anschließend werden die Anzahl der zu   berücksichtigenden Haushaltsmitglieder als auch die Mietenstufe mit einbezogen. Da die Kosten für den Wohnraum je nach Stadt oder Gemeinde zum Teil deutlich abweichen, gibt es Höchstbeträge für das monatliche Gesamteinkommen, die nach den Mietstufen I (günstigste Mietstufe) bis VI (teuerste Mietstufe) entsprechend der
Wohngeldtabellen aufgebaut sind.

Aufgrund der enormen Komplexität wird an dieser Stelle nur auf folgende Durchschnittswerte zur Orientierung hingewiesen:

1 Personen-Haushalt:          870 € (Mietenstufe VI)

2 Personen-Haushalt:          1.190 € (Mietenstufe VI)

Lass dir dein Wohngeld berechnen

Da die Wohngeldberechnung recht kompliziert und komplex ist, empfiehlt sich eine schnelle Online-Berechnung bei einer der unzähligen Wohngeldrechner im Internet.  Ob du Wohngeld berechtigt bist, wie viele Mitglieder im Sinne des Wohngeldes
relevant sind und wie hoch das Gesamteinkommen ist, erfährst du auf den vorhergehenden Seiten des Nachschlagewerkes. Diese Werte sind Voraussetzung für eine Online-Berechnung.

Wohngeldberechnung für verschiedene Bundesländer

Um ganz sicher zu gehen, solltest du zur örtlichen Wohngeldstelle gehen und dein Wohngeld berechnen lassen. Dies ist auch möglich, ohne zuvor einen Mietvertrag unterschrieben zu haben, solange du die etwaige Miete und Nebenkosten kennst. So kannst du noch vor dem Auszug besser kalkulieren.

Wohngeld beantragen – Wohngeld tipps – eigene Wohnung