Im Grundgesetz steht geschrieben, dass alle Deutschen Freizügigkeit im gesamten Bundesgebiet genießen. Jeder Bürger darf frei über seinen Wohnort verfügen und diesen zu jeder Zeit wechseln. Sozialhilfeempfänger müssen somit beim Sozialamt keine Genehmigung einholen. Sozialhilfeempfänger melden sich lediglich beim bisherigen Sozialamt ab und setzen das zukünftige Amt über den Umzug in Kenntnis. Die Ansprüche auf Sozialhilfe werden vom Amt weiterhin übernommen. Bei einem Wohnungswechsel wird Umzugsgeld erstattet, wenn es aus sozialhilferechtlicher Sicht als zwingenderforderlich einzustufen ist.

Gründe für einen finanziell erstatteten Wohnungswechsel

Das Umzugsgeld wird getragen, wenn die bisherige Wohnung zu klein oder zu groß ist. Jeder Sozialhilfeempfänger hat das Recht auf eine angemessen große Wohnung. Des Weiteren werden die Umzugskosten übernommen, wenn die Miete unangemessen hoch ist oder eine Gelegenheit des Dazuverdienens an einem anderen Standort aufgenommen werden kann. Ist die Gesundheit oder körperliche Unversehrtheit gefährdet, auf Grund baulicher oder gesundheitsgefährdender Mängel, kann ebenfalls ein Umzug vom Sozialamt finanziell getragen werden. Selbst beim Wunsch, mit seinem Partner zusammenzuziehen oder eine räumliche Trennung zu vollziehen, ist Sozialhilfe möglich.

Veranlasste und freiwillige Umzüge

Die Umzugskosten werden lediglich unter besonderen Voraussetzungen vom Sozialamt übernommen. Wenn ein Sozialhilfeempfänger oder ein Hartz 4-Angewiesener auf Verlangen des Leistungsträgers die Wohnung wechseln muss, werden die Umzugskosten in voller Höhe erstattet. Der veranlasste Wechsel der Wohnung, kann in eine unangemessene Wohnraumgröße begründet sein. Der Umzug in eine neue Wohnung wird vollends getragen. Bei einem freiwilligen Umzug wird je nach Situation über eine Erstattung der Umzugskosten entschieden. In jedem Fall, muss aber eine Genehmigung des zuständigen Amtes eingeholt werden. Das Recht zur Bewilligung einer Erstattung der Umzugskosten, seitens der Arge oder des Sozialamtes, setzt immer eine Notlage voraus. Notlagen entstehen durch einen Schimmelbefall oder Brand. Eine ausgesprochene Kündigung des Vermieters oder das Erwarten von Nachwuchs sind ebenfalls Erstattungsgründe. Eine Arbeitsstelle, welche zu weit vom derzeitigen Wohnort liegt, ist auch ein Grund. Wird eine Ehe geschieden und kommt der Sozialhilfeempfänger in die Verlegenheit umziehen zu müssen, übernimmt das Amt auch die Sozialhilfe.

Funktionsweise der Kostenübernahme von Umzügen

Wurde der Wohnungswechsel des Hartz 4-Empfängers gestattet, werden die Kosten für einen Umzugswagen und Umzugskartons übernommen. Ebenfalls finanziert wird die Verpflegung von privaten Umzugshelfern. Die Kosten für im Vertrag vorgeschriebene Renovierungsarbeiten werden auch übernommen. Bei körper- und sehbehinderten Menschen als auch Senioren und Personen mit Gesundheitsproblemen, gelten besondere Regeln. Diese Personengruppen können professionelle Umzugshelfer engagieren und bekommen die entstandenen Kosten vollständig zurückerstattet. Hier gilt allerdings, dass die Krankheit mit einem Attest oder einem entsprechenden Ausweis-Dokument nachgewiesen werden muss. Bei einer Finanzierung durch das Jobcenter für eine neue Wohnung, werden nur selbst durchgeführte und organisierte Umzüge finanziell getragen. Nur privaten Helfer wird eine Helferpauschale gewährt, diese beträgt höchstens 50 Euro. Das Jobcenter bezahlt in manchen Fällen auch die Kosten für Wohnungsannoncen und Wohnungsbesichtigungen.

Fazit

Ein neue Wohnung für einen Sozialhilfeempfänger ist immer möglich. Die Übernahme des Umzugsgeldes für einen Wechsel, wird nur in begründeten Fällen gestattet. Bei der Übernahme durch das Arbeitsamt gilt es zu beachten, rechtzeitig Kostenvoranschläge einzuholen, um seinen Anspruch auf Sozialhilfe geltend zu machen. Alternativ kann ein Wechsel der Wohnsituation auch über einen zinslosen „Kredit“ von Freunden oder Familie finanziert werden. Bei kreditgebenden Banken, sollte zuvor auf deren Seriosität geachtet werden.