Wohnen nach Plan – Kosten Rechner

Bevor du mit der Planung und Umsetzung für die eigene Wohnung beginnen kannst, muss natürlich das wichtigste Kriterium der Selbstständigkeit erfüllt sein: Deine finanzielle Sicherheit. Neben deinen positiven Einkünften spielt vor allem der Kostenfaktor einer eigenen Wohnung eine zweite, bedeutende Rolle.

Kaum jemand weiß vorher ganz genau, welche Kosten tatsächlich auf einen hinzu kommen. Bei den unendlich erscheinenden Ausgaben wie GEZ, Versicherungen etc. kann man ziemlich schnell verzweifeln. So ist die oft aufkommende Frage, wie man das in jungen Jahren nur alles finanzieren will, mehr als berechtigt.

Es ist auf jeden Fall ratsam, sich einen Plan über die anfallenden Kosten für die erste Wohnung zu erstellen und diese dann mit den eigenen, realistischen Einnahmen gegenzurechnen.

Kosten für den Einzug beachten

Neben den laufenden Kosten kommen vor dem Einzug oft noch weitere Ausgaben auf Dich zu. Die erste eigene Wohnung muss sicherlich renoviert werden, oder auch neue Teppichböden verlegt bekommen, nicht zu vergessen die Tapete, Farbe und Werkzeug. Auch wenn du dies alles selbst erledigst oder Werkzeug ausleihst, musst Du das Material bezahlen.

Außerdem: In der Regel wird bei einem Mietvertrag eine Kaution fällig, die vor dem Einzug zu bezahlen ist. Sie dient lediglich als Sicherheit für den Vermieter, das du nach dem Auszug keine bleibenden Schäden hinterlässt. Die Kaution beträgt in der Regel 2-3 Monatskaltmieten!

(1) Warmmiete – Der größte Posten der Kosten

Kaltmiete

Die Kaltmiete, oder auch Nettokaltmiete, bezeichnet den Teil der Miete, der allgemein die Raumnutzung abdeckt. Damit ist gemeint, dass noch keine Betriebskosten oder andere sonstige Kosten enthalten sind. Sie berechnet sich aus der Anzahl der Quadratmeter mal dessen Preis. Letzterer ist von Stadt zu Stadt unterschiedlich hoch.

Berechnung

Die Durchschnittskosten je Quadratmeter liegen deutschlandweit bei etwa 5,98 €. Multipliziere diesen Faktor mit der angegebenen Quadratmeterzahl deiner
Wunschwohnung, sollten keine diesbezüglichen Angaben gegeben sein.

Nebenkosten

Die Nebenkosten werden im Allgemeinen neben der Kaltmiete monatlich als zusätzlicher Abschlag gezahlt. Einmal im Jahr werden sie den tatsächlich entstandenen Nebenkosten gegengerechnet, um ggf. Geld wieder zu bekommen, oder im schlimmsten Fall nach zu zahlen. Hierbei unterscheidet man zusätzlich die warmen Betriebskosten (Nebenkosten) und die kalten Betriebskosten.

Die warmen Betriebskosten umfassen somit die Wasser- als auch Heizungskosten. Diese können je nach dem eigenen, bewusstem Verbrauch als auch den örtlichen Preisen stark schwanken. Gerade wenn das erste Jahr in der eigenen Wohnung vorüber ist, scheuen sich viele vor der ersten Nebenkostenabrechnung. Deshalb ist es wichtig, schon von Beginn an bewusst zu heizen und Wasser zu sparen. Monatlich kannst du durchschnittlich etwa 90 € einplanen.

Unter den kalten Betriebskosten versteht man:

  • Grundsteuer
  • Wasserkosten: z.B. Kosten für Wassergeld & Wasseruhr
  • Abwassergebühren
  • Fahrstuhl: z.B. Beaufsichtigung, Bedienung und Pflege
  • Straßenreinigung und Müllabfuhr
  • Hausreinigung
  • Gartenpflege
  • Beleuchtung
  • Schornsteinreinigung
  • Hausmeister
  • Antenne, Gemeinsame Einrichtungen

Der Mietvertrag muss nicht alle diese Punkte enthalten, deshalb ist es ratsam, vor dem Unterschreiben alle enthaltenen Leistungen zu überprüfen.

Pauschal kann hier keine Zahl als Kostenfaktor angegeben werden, da sich die Mietpreise in Deutschlands teils stark unterscheiden können. Jedoch ist die Warmmiete normalerweise immer der höchste Kostenfaktor im Monat, neben den Lebenshaltungskosten.

 

(2) Strom

Die Kosten für Strom und immer seltener auch Gas, werden zwar oft mit im Mietvertrag angeboten, sollten aber lieber separat angemeldet werden. Dazu aber später mehr. Vielmehr geht es hier lediglich um die Kosten, die dadurch verursacht werden. Da Gas heute kaum noch zum Einsatz kommt, werde ich an dieser Stelle nicht weiter darauf eingehen.

Nachfolgend findest du eine kleine Tabelle für eine ungefähre Orientierung. Dabei habe ich mich jeweils auf den günstigsten Stromanbieter und Tarifbezogen. (Online-Vergleichs-Portale)

Haushaltsmitglieder Durchschnittsverbrauch Durchschnittskosten
Singlehaushalt 1300-2000 kWh ~ 38€ / Monat
2 Personen 2000-2500 kWh ~ 50€ / Monat
4 Personen 3000-4000 kWh ~ 80€ / Monat

Wovon hängt der Monatspreis für den eigenen Stromtarif ab?

  • Verfügbare Anbieter in der Region
  • Schwankende Arbeitspreise, Grundpreise und Boni
  • Zusatzoptionen wie kürzere Vertragslaufzeit, Kündigungsfrist, Vorkasse oder eine Preisgarantie für den Strompreis
  • Gleich zu Beginn den richtigen Stromverbrauch angeben

(ab etwa 30€ / Monat)

Näheres zum Strom.

 

(3) Allgemeine Lebenshaltungskosten

Hierzu gehören hauptsächlich die Lebensmittel, Bekleidung und Freizeit.

(mindestens etwa 250€ – 350€ / Monat pro Person)

Näheres zu den Lebenshaltungskosten.

(4) Telekommunikation

Hauptkostenträger sind hier der Telefon- und Internet-Anschluss, heutzutage meist gekoppelt in einem Vertrag. Bedenke deine zusätzlichen Ausgaben bezüglich Handy.

Mit unter musst du noch zusätzliche die monatliche Gebühr für die GEZ einplanen, solltest du nicht befreit werden können.

GEZ Gebühr (17,98€ / Monat pro Haushalt)

Telefonanschluss mit Internetvertrag (etwa 30€ / Monat pro Haushalt)

(5) Mobilität

Da du ja auch auf dein Auto oder öffentliche Verkehrsmittel angewiesen bist, sind diese Kosten nicht zu unterschätzen!

Wenn du bereits ein Auto hast, müssen KFZ-Steuer, KFZ-Versicherung sowie Wartung und Benzinkosten einkalkuliert werden.

Für Schüler kommt meist nur der Bus oder die Bahn in Frage.

(monatliche Belastung schätzen!)

(6) Versicherungen

Eines vorweg:

Keine Versicherung wird mit der ersten eigenen Wohnung automatisch zur Pflicht.

  • Private Haftpflicht:  ab 35€ / Jahr – In der Ausbildung in der Regel über Eltern mitversichert
  • KFZ-Versicherung: Siehe oben, entfällt oder wird von Eltern übernommen?
  • Krankenversicherung: Bereits versichert über Eltern oder automatisch enthalten in Sozialabgaben
  • Berufsunfähigkeitsversicherung oder Unfallversicherung: kein Muss, wenn das Geld knapp ist
  • Hausratsversicherung: (ab 35€ / Jahr – kein Muss)

Näheres zu den Versicherungen.

(7) Sonstiges

In vielen Bundesländern ist die Müllabfuhr ein externer Dienstleister, welcher nicht über die Miete abgerechnet wird. Diese melden sich bei dir und werden von deinem Umzug oder Auszug informiert. Die Müllgebühr wird pauschal einmal im Jahr gesondert gefordert.

(etwa 35€ – 40€ / Jahr)

FAZIT

Das Aufgebot an Kosten sollte dich keineswegs verunsichern. Viele können je nach Situation entfallen oder werden noch von den Eltern übernommen. Wer bewusst spart und sorgsam mit dem Geld umgeht, ist auf jeden Fall auf der sicheren Seite.

Bitte beachte auch: Die kosten für Einrichtung der ersten Wohnung. Dabei hilf auch folgende Checkliste.