Wohnsitz ummelden: Vollmacht, Kosten, GEZ und benötigte Unterlagen

  • 5 Minuten Lesedauer
Autor: Christoph Wiemer
Position: Inhaber

Weißt du eigentlich, dass du deinen Wohnsitz ummelden must, wenn du innerhalb des Stadtgebiets umziehst? Wenn du bereits aus deinem Elternhaus ausgezogen bist und den Umzug erledigt hast, ist zwar die schwerste Arbeit getan, es bleibt aber noch das bürokratische Procedere. Wie und wo du deinen Wohnsitz ummelden kannst, wie lange du dafür Zeit hast und was du dafür benötigst, erklärt dieser Beitrag.

Wohnsitz ummelden oder anmelden?

Dieser Unterschied wird für dich wichtig, wenn es darum geht, ob du in deiner bisherigen Stadt wohnen bleibst oder durch den Einzug in deine erste eigene Wohnung in die Zuständigkeit eines anderen Einwohnermeldeamtes wechselst. Letzteres ist der Fall, wenn du z. B. von Berlin nach Köln ziehst. Dann musst du deinen neuen Wohnsitz beim nach dem Umzug für dich zuständigen Meldebehörde anmelden. 

Zuständig für die Wohnsitz-Ummeldung ist immer das örtliche Einwohnermeldeamt, in der sich dein neues zu Hause befindet. Oft befinden sich diese Einwohnermeldeämter im Rathaus, Stadthaus oder Bürgeramt der jeweiligen Stadt oder Gemeinde. Im Internet, Telefonbuch oder über die Auskunft kannst du die Telefonnummer erfahren. Auch die Zentralen der Einwohnermeldeämter können dir alle wichtigen Informationen wie Telefonnummer, Ansprechpartner, Öffnungszeiten sowie die Adresse geben. 

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Welche Fristen sind bei der Ummeldung einzuhalten?

Wenn du in eine neue Wohnung ziehst, musst du dich laut § 17 Bundesmeldegesetz (BMG) innerhalb einer bestimmten Frist ummelden. Wie lange du dafür Zeit hast, hängt von der zuständigen Meldebehörde ab. In der Regel beträgt die Frist aber ein bis zwei Wochen. Diese Frist wird auch im BMG genannt. 

Hältst du dich nicht an die vorgeschriebene Frist, kann dies zu einem Bußgeld führen. Die Entscheidung über die Verhängung einer solchen Strafzahlung trifft immer der zuständige Sachbearbeiter. Normalerweise beträgt das Bußgeld für die Fristüberschreitung bei der Wohnsitz-Ummeldung zwischen 20 und 30 Euro. 

Weil die Meldeämter in vielen Städten überlastet sind, solltest du dich frühzeitig um einen Termin kümmern, damit du die gesetzte Frist auch wirklich einhalten kannst. Falls die Fristüberschreitung nicht in deiner Verantwortung lag, wird der Sachbearbeiter kein Bußgeld verhängen. 

Wohnsitz ummelden per Vollmacht

Es ist prinzipiell möglich, einen Vertreter zur Meldestelle zu schicken, der die Ummeldung für dich erledigt. Falls du beispielsweise direkt nach dem Wohnsitzwechsel beruflich für längere Zeit verreisen musst, stellst du einer Person deines Vertrauens eine Vollmacht zur Ummeldung aus, händigst ihr die notwendigen Unterlagen aus und schon kann deine Vertretung deinen Wohnsitz ummelden. 

Wie eine solche Vollmacht formuliert ist, bleibt dir überlassen. Sie kann auch handschriftlich aufgesetzt sein. Damit die Meldebehörde sie akzeptiert, müssen bestimmte Angaben enthalten sein:

  • $Name des Ausstellers und des Bevollmächtigten
  • $Geburtsdatum des Ausstellers und des Bevollmächtigten
  • $Aktuelle Anschrift des Ausstellers und des Bevollmächtigenden
  • $Bezeichnung und Anschrift der Meldebehörde
  • $Unterschrift (eigenhändig) des Bevollmächtigenden

Wichtiger Hinweis: Bei manchen Einwohnermeldeämtern besteht inzwischen die Möglichkeit, die Ummeldung des Wohnsitzes per Post oder mithilfe eines Online-Formulars zu erledigen. Auf den Websites der Behörden findet sich meist ein Hinweis darauf, ob eine postalische bzw. elektronische Ummeldung des Wohnsitzes möglich ist. 

Bis zur Vollendung des 16. Lebensjahres sind übrigens deine Eltern bzw. der erziehungsberechtigte Elternteil für die Ummeldung deines Wohnsitzes verantwortlich. Ohne ihr Zutun kannst du bis zur Vollendung des 18. Lebensjahrs deinen Wohnsitz nicht rechtskräftig wechseln. 

Diese Unterlagen benötigst du, wenn du deinen Wohnsitz ummelden willst

Wie bei fast jedem behördlichen Vorgang brauchst du auch für die Ummeldung Unterlagen. Normalerweise brauchst du folgende Unterlagen für das Einwohnermeldeamt:

  • $Personalausweis und/oder Reisepass (aller anzumeldenden Personen)
  • $Meldeformular (gibt es oft als ausdruckbares Online-Formular, ausgefüllt und unterschrieben)
  • $Vermieterbescheinigung als Nachweis eines bestehenden Mietvertrags (wird auch als Wohnungsgeberbestätigung bezeichnet)
  • $Grundbuchauszug, Notarvertrag oder aktueller Grundsteuerbescheid (nur bei Umzug in eine Eigentumswohnung oder ein Eigenheim)

Hast du alle Unterlagen vollständig dabei, funktioniert das Wohnsitz ummelden innerhalb weniger Minuten. Damit du keine langen Wartezeiten überbrücken musst, ist es sinnvoll, im Vorfeld einen Termin für die Ummeldung zu vereinbaren. Das spart dir unter Umständen sehr viel Zeit. 

Welche Kosten die Ummeldung des Wohnsitzes verursacht

In vielen Städten und Gemeinden ist das Wohnsitz ummelden kostenfrei, solange du kein Bußgeld zahlen musst, weil du zu spät bist. Nicht selten verlangen die Meldeämter aber eine sogenannte Bearbeitungsgebühr von maximal 20 Euro als Kosten für die Ummeldung des Wohnsitzes. 

Nimm also genügend Bargeld oder deine Kreditkarte mit zu deinem Ummelde-Termin. Zusätzliche Kosten entstehen dir, wie schon erwähnt nur, wenn du die Frist zur Ummeldung des Wohnsitzes durch eigene Schuld nicht einhältst. 

Wohnsitz bei anderen Institution wie der GEZ ummelden
Konntest du deinen Wohnsitz ummelden? Gut, denn du musst auch andere Institutionen über deinen Wohnsitzwechsel informieren und bestimmte Anmeldungen neu vornehmen, z. B.:

  • $GEZ
  • $Telefon und Internet (einschließlich Mobilfunkanbieter)
  • $Strom und Gas
  • $Arbeitgeber (bei Arbeitslosenhilfe oder Hartz-4 die Bundesagentur für Arbeit)
  • $Finanzamt
  • $Bank
  • $Kindergarten und/oder Schule (der Kinder)
  • $Versicherungen
  • $Kfz-Zulassungsbehörde
  • $Vereine
  • $Abonnements (z. B. für Magazine, Tageszeitungen)

Praxis-Tipp: Was viele gerne vergessen, ist der Nachsendeantrag für die Post. So stellst du sicher, dass du alle wichtigen Sendungen auch nach deinem Umzug rechtzeitig erhältst. Zeitgleich mit dem Nachsendeauftrag kannst du auch einen Benachrichtigungsservice beauftragen. Dann erhalten alle, die Post an dich senden einen Hinweis mit deiner neuen Anschrift. Erteilst du einen solchen Nachsende- und Benachrichtigungsauftrag online, achte darauf, dass es wirklich die Deutsche Post ist, mit der du kommunizierst. Es gibt nämlich Drittanbieter, die erst bei genauerem Hinsehen nichts mit der Post zu tun haben und deutlich höhere Kosten verlangen. 

Vor allem solltest du deinen Wohnsitz ummelden, weil du erst dann viele der oben genannten Behördengänge erledigen kannst. Viele möchten nämlich eine Bestätigung der Ummeldung für ihre Unterlagen.

Fazit: Wohnsitz ummelden sollte gut geplant sein

Auch wenn du bei einem Wohnsitzwechsel und dem Bezug einer ersten eigenen Wohnung an vieles denken musst, so ist das Wohnsitz ummelden ein wichtiger Schritt. Immerhin wird die neue Wohnung damit offiziell zu seinem Wohnort. Durch die verschiedenen Ummelde-Möglichkeiten (persönlich, online, postalisch) nimmt diese Aufgabe nur wenig Zeit in Anspruch. Falls du tatsächlich keine Zeit findest, kann ein Vertreter mit einer Vollmacht zur Ummeldung den Behördengang für dich übernehmen. Das Wohnsitz ummelden ist auch deshalb so wichtig, weil du erst anschließend andere Institutionen informieren kannst, etwa die Zulassungsstelle für dein Kfz. Außerdem ist die Ummeldung gesetzlich vorgeschrieben und das Bußgeld für die Nichteinhaltung der Ummeldefrist kannst du sicher für andere Dinge gebrauchen.

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