Mietkautionsbürgschaft Erste Wohnung – Lohnt sich das?

Mietkautionsbürgschaft Erste Wohnung – Lohnt sich das?

Eine Mietkautionsbürgschaft verschaffen Mietern beim Umzug einen Liquiditätsvorteil. Doch nicht immer ist sie vorteilhaft. Auch Vermieter sollten ein paar Dinge beachten. Mehr Geld für neue Möbel, Schonung der Ersparnisse oder eingesparte Dispozinsen – die Argumente für Mieter sind durchaus gegeben. Doch nicht alle Umzügler profitieren tatsächlich.

1800 Euro Kaution mussten die Meiers bei ihrem Umzug nach Stuttgart an ihren Vermieter zahlen. Dabei ist die Wohnung gar nicht mal besonders geräumig oder exklusiv. Steigende Mieten in Ballungsräumen sorgen dafür, das auch die Kautionssumme entsprechend anwächst. Hinzu kommen noch etwa 1200 Euro Provision an den Makler, 900 Euro gingen an das Umzugsunternehmen. Die betagte Küche der alten Wohnung mussten die Meiers zurücklassen, denn diese hätte den Umbau sowie den Umzugstransport nicht überlebt. Somit muss auch eine neue Küchenzeile her – Kostenpunkt weitere 1500 Euro.

Bis die Meiers die Kaution aus ihrer alten Wohnung zurück bekommen, kann es noch einige Zeit dauern. Denn erfahrungsgemäß lassen sich Vermieter nach dem Auszug der Mieter Zeit, um eventuell verbleibende Ansprüche zu überprüfen. Die Ersparnisse der Familie sind hingegen eher überschaubar. Insgesamt klafft eine Finanzierungslücke von fast 1500 Euro. Ein Kredit kommt für sie nicht in Frage, da die Raten für das neue Auto den finanziellen Spielraum ohnehin genug einengen. Die Meiers entschließen sich, den Service einer Kautionskasse in Anspruch zu nehmen. Gegen einen Jahresbeitrag – ähnlich wie bei einer Versicherung – wird die Stellung der Mietkaution übernommen.

Gute Lösung bei knapper Kasse

Für Umzügler wie die Meiers ist die Mietkautionsbürgschaft eine gute Lösung. Denn bereits für einen vergleichsweise günstigen Jahresbeitrag von etwa 73 Euro beim günstigsten Anbieter können sie die Mietkaution für ihren Vermieter stellen. Die Umzugskasse kann somit im Ergebnis um 1727 Euro (1800 Euro Kaution abzüglich des Jahresbeitrags über 73€) entlastet werden. Der Vorteil: die Hinterlegung der Mietsicherheit wird ermöglicht, ohne dass Mieter ihr knappes Budget weiter belasten. Die übrigen Umzugskosten können die Meiers somit aus eigenen Mitteln bestreiten. ist die Familie wieder flüssig, kann der Vertrag mit der Kautionskasse schnell und problemlos gekündigt werden. Der Vermieter erhält im Austausch die Mietkaution in bar.

Ist die Kautionsbürgschaft eine Option für Erstmieter?

Auch für Erstmieter wie Berufseinsteiger oder Studenten stellt die Bürgschaft eine brauchbare Alternative dar. Denn schließlich geht für die Erstausstattung der Wohnung bereits viel Geld drauf. Zudem gibt es keine Kautionsrückzahlung vom Vorvermieter, welche in die Umzugsfinanzierung mit einbezogen werden kann. Zu beachten ist hierbei, dass Vermieter bei Erstmietern eher vorsichtig eingestellt sind, und zusätzliche Sicherheiten, wie eine Elternbürgschaft oder sogar eine direkte Mietverpflichtung eines solventen Familienangehörigen im Mietvertrag verlangen.

Nicht empfehlenswert bei ausreichenden Ersparnissen

Anders verhält sich die Situation bei Familie Schneider aus Dresden. Aufgrund vergleichsweise günstiger Mieten ist auch der Betrag für die Kaution mit 900 Euro recht überschaubar. Zudem haben die Schneiders vorher fleißig gespart. Mit einem Umzugsbudget von über 6000 Euro lässt sich recht komfortabel wirtschaften. In diesem Fall lohnt sich eine Bürgschaft nicht. Wer als Mieter über genug finanzielle Mittel verfügt, sollte eher auf herkömmliche Kautionsformen setzen. Auch wenn die Hinterlegung der Kautionssumme auf einem Sparbuch nicht wirklich lukrativ erscheint, stellt sich ein solventer Umzügler damit im Ergebnis besser. Zwar erscheint die Jahresgebühr einer Mietbürgschaft auf den ersten Blick nicht hoch, doch zusammen mit den anderen üblichen Fixkosten in einem Haushalt summieren sich die Ausgaben letztlich.

Vermieter kann Bürgschaft ablehnen

Zwei weitere Hürden müssen Mieter bei einer Kautionsbürgschaft noch überwinden. Stellt sich der Vermieter quer, muss die Mietkaution in bar oder auf einem Sparbuch hinterlegt werden – egal ob genug Geld da ist oder nicht. Eigentümer sind nicht zur Annahme der Bürgschaftslösung verpflichtet, sondern können der klassischen Barkaution den Vorzug geben. So sieht es der 551 im BGB vor. Auch die Bonität des Mieters wird beim Antragsverfahren überprüft, um den Vermieter vor zahlungsunwilligen Kandidaten zu schützen. Besteht in der Schufa ein negativer Eintrag, entscheidet die Kautionskasse i.d. Regel abschlägig.

Mietbürgschaft ist keine Haftpflichtversicherung

Mieter sollten bedenken, dass die Inanspruchnahme im Schadensfall nicht wie bei einer Haftpflichtversicherung funktioniert. Die Kautionskasse reguliert den Schaden zwar gegenüber dem Vermieter, holt sich jedoch das Geld später vom Wohnungsinhaber zurück. Letzterer ist daher gut beraten, den Schaden oder die Rückstände selbst zu beheben, und so die Auszahlung zu verhindern.

Darauf sollten Vermieter achten

Vermieter sollten im Schadensfall beachten, dass der Kautionskasse zunächst einige wichtige Dokumente vorgelegt werden müssen. Hierbei handelt es sich i.d. Regel um die Bürgschaftsurkunde, eine Kopie des Mietvertrages sowie falls vorhanden das Übergabeprotokoll. Erst wenn die Unterlagen vollständig sind, wird der Schadensfall bearbeitet. Danach geht die Auszahlung jedoch recht schnell über die Bühne. Mit einem plausiblen Nachweis, wie z.B. einer Rechnung welche die Reparatur oder Neuanschaffung eines beschädigten Gegenstandes im Mietobjekt dokumentiert, kann der Mieter die Auszahlung stoppen. Auch bei einer Barkaution wäre hier die Inanspruchnahme hinfällig, da kein Schaden mehr vorliegt. Bei einer Bürgschaft auf erstes Anfordern wird der Anspruch des Vermieters in jedem Fall erst mal reguliert. Steht der Mieter in der Zwischenzeit für die offenen Ansprüche selbst gerade, erfolgt die Rückabwicklung dennoch erst zu einem späteren Zeitpunkt.

Fazit

Eine Mietkautionsbürgschaft ist in bestimmten Situationen durchaus hilfreich. Mietparteien die sich für Letztere entscheiden, sollten jedoch auch die Nachteile im Blick haben. Insgesamt muss jeder Einzelne für sich entscheiden, ob Nutzen und Kosten im richtigen Verhältnis zueinander stehen. Ein Mieter hat keinen gesetzlichen Anspruch auf die Hinterlegung einer Bürgschaft. Der Vermieter entscheidet letztlich, welche Art der Mietsicherheit zur Anwendung kommt.

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Erste Nebenkostenabrechnung von der Hausverwaltung

Erste Nebenkostenabrechnung von der Hausverwaltung

Wenn Ihr eure erste Wohnung endlich euer Eigen nennen könnt und die vielen formellen Auflagen wie Mietvertrag, Kaution, Fälligkeiten und Schönheitsreparaturen geklärt sind, kommt es bei vielen jungen Menschen spätestens beim Erhalt der ersten Nebenkostenabrechnung der Hausverwaltung oder des Vermieters zu Unklarheiten und Unsicherheiten. Viele Vermieter bedienen sich nämlich einer professionellen Hausverwaltung, die die Abrechnungen für Sie erledigt.

Kaum einer weiß wie man mit dieser Abrechnung umzugehen hat, welche Besonderheiten es zu beachten gibt und wie man diese überhaupt auf Richtigkeit prüfen kann. Doch die Prüfung kann sich lohnen, denn nach aktuellen Auswertungen sind 88% aller Nebenkostenabrechnungen nicht korrekt. Ein erhebliches Einsparpotenzial wenn man weiß wonach man suchen muss.

Formell greift bei der Betriebskostenabrechnung die Betriebskostenverordnung (abk. BetrKV), die genau regelt, welche Kosten vom Vermieter als Nebenkostenart auf den Mieter umgelegt werden können. Wer es genau wissen möchte, gleicht die in dieser Verordnung mit seiner erhaltenen Abrechnung ab. Mit ein paar Tipps, die wir hier für euch zusammenstellen, könnt Ihr mit ein paar kurzen Blicken überprüfen, ob das, was abgerechnet und zu euren Lasten berechnet wird auch wirklich korrekt ist.

Besonderheiten in der Nebenkostenabrechnung erkennen

Als erstes solltet Ihr auf den Sammelposten „Hausmeisterkosten“ schauen, denn hier werden oft Leistungen mit erfasst, die im Grunde keine laufenden Kosten sind sondern als Instandsetzung gelten. Hierfür gelten nämlich andere Vorschriften.

Sofern eine Umlage aller Nebenkosten auf Basis einer monatlichen Vorauszahlung vereinbart wurde, muss euch die Hausverwaltung alle Positionen exakt aufschlüsseln, denn nur tatsächlich Angefallenes darf abgerechnet werden.

Nach Hinweis von unserer Hausverwaltung in Hannover gibt es die Notwendigkeit allerdings nicht, wenn Ihr mit eurem Vermieter eine sogenannte Nebenkostenpauschale inkl. Hausmeisterkosten vereinbart habt (Quelle: http://www.hgm-hannover.de/hausverwaltung/). Hier also nochmal genau in den Mietvertrag schauen. Schaut euch daher in der Nebenkostenabrechnung genau diesen Punkt an und gleicht diese mit den wirklich abrechenbaren und umlagefähigen Nebenkosten ab. Zumindest was Instandsetzungs- und Instandhaltungstätigkeiten betrifft, hat der Gesetzgeber hier klar einen Riegel vorgeschoben. Umlagefähige Hausmeisterkosten sind zum Beispiel:

  • Austausch Glühbirnen, Dichtungen, Ventile
  • Haustechnik kontrollieren
  • Handwerker kontrollieren und abnehmen
  • Hauptzähler ablesen
  • laufende Reinigungstätigkeiten, Streudienst

Dagegen skeptisch solltet Ihr werden, wenn Ihr folgende Posten in der ersten Nebenkostenabrechnung findet:

  • Durchführung der Wohnungsübergabe
  • Wohnungsbesichtigungen
  • Lieferungen bestellen

Hier loht es genau hinzuschauen -Versicherungen, Wartungskosten, Verwaltung

Auch bei diesen Positionen lohnt sich das genauere Hinschauen, denn nicht alle Versicherungskosten sind umlagefähig. So muss der Vermieter nämlich Grundsteuer, Grundstückshaftpflicht und Gebäudeversicherung selber tragen und kann diese nicht auf den Mieter umwälzen.

Auch eine Rechtschutzversicherung des Vermieters, Ausgaben für die Verwaltung, Kontoführungsgebühren oder Modernisierungskosten gehören nicht eine Nebenkostenabrechnung und können sofort erkannt werden.

Auch ein Blick auf den sogenannten Verteilungsschlüssel kann Sinn machen. Denn nur 50-70% der Kosten für Heizung und Warmwasser sind nach Verbrauch anrechenbar. Der Rest nach Wohnfläche zu berechnen. Hierbei entstehen regelmäßig Fehler.

Es lohnt sich also, auch wenn Abrechnungen nicht immer Spaß bedeuten, den einen oder anderen Blick hineinzuwerfen. Ihr müsst nicht alles Cent für Cent nachrechnen, aber anhand ein paar Ansatzpunkte sind die häufigsten Fehler schnell zu enttarnen und Ihr spart bares Geld.

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Erstausstattung eigene Wohnung durch die Arge

Erstausstattung eigene Wohnung durch die Arge

Eine Ersteinrichtung wird in der Regel nur den Empfängern von ALG II und Sozialgeld gezahlt. Allerdings haben auch jene Personen Anspruch auf eine einmalige Beihilfe, die keine Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts beziehen und sich die Ersteinrichtung durch geringes Einkommen und kaum angespartes Vermögen nicht leisten können. Ein Anspruch auf Erstausstattung besteht außerdem nur, wenn dies auch tatsächlich deine erste Wohnung ist. Bei einem Umzug gibt es nichts. Zur Erstausstattung der Wohnung gehören Einrichtungsgegenstände und Haushaltsgeräte, wie Kühlschrank, Herd, Waschmaschine und so weiter.

Erstausstattung – Pauschalzahlung seitens der Arge

ErstaustattungDie Erstausstattung wird in Form von Pauschalen gewährt. Allerdings können diese deutschlandweit stark variieren, je nach Ansicht der Arge.

Volljährige Person:  Allgemein 809 €, in Sachsen laut Gericht 1.100 €,  oft auch bis zu 1.800€

Einrichtung für Kind:  nochmals 224 €

Größere Haushaltsgeräte, welche nicht vom Vermieter bereitgestellt werden, erhöhen den Gesamtbezug (z.B. Waschmaschine). Einen Maximalbetrag gibt es nicht, allerdings sind Beträge bis etwa 1.800 € laut neusten Gerichtsurteilen und Erfahrungsberichten durchaus machbar. Hier ist auch der Verweis auf Gebrauchtmöbel oder bestimmte Sozialkaufhäuser zulässig.

Allerdings muss es möglich sein, zu den bewilligten Preisen auch tatsächlich die genehmigten Möbel zu bekommen. Zur Not muss die ARGE Dir auch den Nachweis verschaffen, wo es genannte Gegenstände zum entsprechenden, laut Arge angemessenen Preis, gibt. Sind die bewilligten Beträge dagegen nachweislich zu niedrig angesetzt, können höhere Beträge notfalls auch gerichtlich geltend gemacht werden.

Solltest du mit deinem Partner zusammenziehen, welcher keine Leistungen im Sinne von ALG erhält, wird die Erstausstattung nicht gekürzt.

Die Erstausstattung für die eigene Wohnung kann unter folgenden Situationen bewilligt werden:

Aufstocker

Wenn du ALG II als Aufstockung erhältst, wärst du dem Grunde nach ebenfalls berechtigt, unter bestimmten Voraussetzungen Geld für die Erstausstattung zu erhalten. Eine Aufstockung kann zusätzlich zu allen möglichen Einnahmen erfolgen, wenn diese zur Sicherung des Lebensunterhaltes nicht ausreichen. Staatliche Zuschüsse wie BAB und BAföG schließen diese zwar dem Grunde nach aus, allerdings lässt auch hier das Gesetz ein paar Lücken für Ausnahmen. Informiere dich dahingehend beim zuständigen Arbeitsamt.

ALG II Empfänger über 25

Sobald du als ALG II Bezieher das 25. Lebensjahr erreicht hast, kannst du ohne triftigen Grund von zu Hause ausziehen und eine geeignete, angemessene Wohnung suchen. Dahingehend wird dir auf Antrag auch die Erstausstattung bezahlt. Allerdings solltest du auch hier vorher beim zuständigen Amt nachfragen.

ALG II Empfänger unter 25

Bist du unter 25, wird es schwieriger. Hierfür müsstest du wie schon erwähnt in der künftigen Stadt ein Jobangebot vorlegen, oder dich einfach zu Hause rausschmeißen lassen, sofern du bereits 18 bist. Dies gilt als Härtefall und würde Leistungen für die Erstausstattung begründen. Verdienen deine Eltern zu viel, müssen sie dir entsprechend Unterhalt leisten oder wieder zu Hause aufnehmen. Beziehen sie selbst ALG II, wird es einfacher für dich.

ALG II in der Übergangszeit

Sobald die Übergangszeit zwischen zwei Ausbildungen, beispielsweise zwischen Abitur und Studium, länger als 4 Monate dauert, musst du dich beim Arbeitsamt
arbeitssuchend melden.

Hinweis

Solltest du schon einen Ausbildungsplatz (auch Studium etc.) haben, kannst du dir bereits eine eigene Wohnung in dessen unmittelbarer Nähe suchen. Unter Gebrauch des oben genannten Härtefalls kann dir dann unter Umständen Geld für die Erstausstattung bewilligt werden. Hierfür wäre es Ideal, wenn du innerhalb dieser Übergangszeit ALG II beziehst. Hast du noch keine abgeschlossene Berufsausbildung, müssen deine Eltern den Antrag stellen. Sobald die Ausbildung beginnt, greifen dann wieder BAföG oder BAB. ALG II ist hierbei nur für die
Erstausstattung sinnvoll. Für die Dauer der Überbrückung musst du dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen und dich arbeitssuchend melden. Allerdings kannst du i.d.R. innerhalb der paar Monate sowieso nur schlecht an Firmen vermittelt werden.

Wie mache ich einen solchen Antrag?

Informiere dich zunächst persönlich beim örtlichen Amt, ob dir tatsächlich etwas zusteht. Anschließend einfach einen formlosen Antrag bei der Arge abgeben und aufzählen, welche Gegenstände du benötigst, vom Besteck zum Essen bis zu den Gardinen oder Vorhängen pro Fenster. Bevor der ausgerechnete Bedarf ausgezahlt wird, kommt evtl. ein Sachbearbeiter vorbei, um deine Angaben zu überprüfen. Das bedeutet auch, dass erst bei Bezug der Wohnung die Notwendigkeit der Ausstattung entsteht und genehmigt wird. Da letzten Endes nur der Geldbetrag überwiesen wird, kannst du auch schon vorher Möbel besorgen. Wird der Antrag sofort bewilligt, folgt höchstens eine spätere Kontrolle, ob du das Geld auch wirklich zweckmäßig verwendet hast. Dahingehend also alle Kaufbelege sammeln. Vor der Genehmigung kommen sie eher selten. Mach einfach einen ehrlichen Eindruck.

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Arbeitslosengeld Teil 2: Arbeitslos und eigene Wohnung

Arbeitslosengeld Teil 2: Arbeitslos und eigene Wohnung

ALG II für Schüler, Auszubildende und Studenten

ALG II gibt es hier nur in Ausnahmefällen, wenn du keinen Anspruch auf BAföG (schulische Ausbildung/Studium), BAB (duale Ausbildung) oder Wohngeld hast. Die genannten Zuschüsse sind dem ALG II vorrangig. Somit möchte die Arge auch eine schriftliche Bestätigung der Ablehnung haben. Kannst du nachweisen, dass einer der Zuschüsse, die du bereits beziehst, nicht ausreicht, kann es unter Umständen eine Aufstockung zur Miete und Heizkosten kommen. Beachte jedoch, dass die Unterhaltsfähigkeit der Eltern vorgezogen wird. Wenn sie selbst Geringverdiener sind oder selbst ALG II beziehen, dürfte die Bewilligung kein Problem sein. Bei besonderen Härtefällen kann es ALG II auch in Form eines Darlehens geben. Um ALG II Leistungen zu erhalten, darfst du nicht über dem zutreffenden Bedarfssatz liegen. ALG II kann es ebenfalls geben, wenn das Studium oder Schule durch Krankheit, Schwangerschaft oder Kindererziehung unterbrochen wird. Sozialleistungen im Sinne von Hartz IV sind von Amtswegen her immer die letzte Wahl. Sozialhilfe selbst tritt nur dann ein, wenn du plötzlich erwerbsunfähig wirst. Bei einer Übergangszeit von mehr als 4 Monaten zwischen zwei Ausbildungen musst du dich arbeitssuchend melden, auch wenn bereits ein Ausbildungsplatz in Sicht ist. Unter 25 kannst du allerdings keinen eigenen ALG II Antrag stellen, da du zur Bedarfsgemeinschaft der Eltern zählst. Wird ihr Antrag bewilligt, erhalten sie dann deine Bezüge. Hast du bereits eine abgeschlossene Berufsausbildung, kannst du unabhängig vom Einkommen der Eltern ALG II beantragen. Allerdings befähigt dich dies bis 25 nicht, einfach aus zu ziehen. Hier gelten wieder die genannten, triftigen Gründe, um weiterhin Leistungen gemäß des ALG II zu erhalten.

Generelles Problem:

Um ALG II zu bekommen, musst du jederzeit dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen und jede zumutbare Arbeit (1€-Jobs etc.) annehmen. Als Schüler, Auszubildender und Student ist dies natürlich kaum realisierbar. Jedoch bist du dem Grunde nach erwerbsfähig, wodurch dein Antrag trotzdem bewilligt werden kann. Einen Versuch ist es allemal wert. Bedenke auch, dass beim ALG II das Einkommen deines nicht ehelichen Partners in die Bedürftigkeitsprüfung mit einfließt (sobald ihr zusammen wohnt). Was zählt im Sinne des ALG II als Einkommen?

  • Alle staatlichen Zuschüsse und sämtliches Einkommen
  • Wehrdienst und Zivildienst

Fazit

Mit Hilfe von Arbeitslosengeld II eine eigene Wohnung vor Erreichen des 25. Lebensjahres zu finanzieren, oder seitens der Arge die Erlaubnis zu bekommen, ist sehr schwierig. Dies ist nur bei Härtefällen wie dem Rausschmiss möglich. Hast du bereits eine abgeschlossene Berufsausbildung, bekommst du bei einem gut gemeinten Rauswurf immerhin die vollen Bezüge, unabhängig vom Einkommen der Eltern. TIPP: sozialhilfe24.de/hartz-iv-4-alg-ii-2/alg2-rechner.html Teil 1 der Artikelserie Arbeitslosengeld und eigene Wohnung

Internet – Nicht mehr zahlen als man nutzt

Internet – Nicht mehr zahlen als man nutzt

Ganz wichtig: „Richtig gutes Internet“

Erste Wohnung Internet
Der Umzug in eine neue Wohnung ist immer spannend, aber auch immer stressig. Egal, ob man von seinem WG-Zimmer endlich in die eigenen vier Wände zieht, ein Wohnungswechsel aufgrund von Familienzuwachs ansteht, man endlich mit seinem Partner zusammenziehen möchte oder man als Wohngemeinschaft zusammen umzieht: Für eine neue Wohnung gibt es viele Gründe und erheblich mehr zu beachten und zu erledigen.

Hat man erst einmal die Schlüssel in der Hand und ist bereit, die Wohnung zu seinem eigenem Reich zu machen, besteht der nächste Schritt auf der Checkliste in der Regel im Abschluss eines Internetvertrags – oftmals passiert das noch vor der Möbeleinrichtung. Denn ohne den Zugriff auf das World Wide Web sind die meisten relativ aufgeschmissen. Und das noch nicht einmal, weil man unbedingt über Spotify etc. seine Lieblingsmusik hören möchte, sondern beispielsweise auf Online-Banking angewiesen ist. Eine schnelle Internetverbindung ist also für die meisten ein entscheidender Faktor in der Wohnung. Doch wie sieht überhaupt so eine gute Internetverbindung aus?

Die eigenen Bedürfnisse

Noch bevor man sich auf die Angebote von den Anbietern stürzt, sollte man sich über das eigene Nutzungsverhalten im Klaren werden. Wie bzw. wofür wird das World Wide Web eigentlich genutzt? Hört man viel Musik über Portale wie Spotify etc. oder streamt man Filme? Wie viele Personen werden gleichzeitig das Internet benutzen? Oder dient das Internet lediglich für Vorgänge wie Online-Shopping, Online-Banking oder zum Reisen? Je nachdem welche Bedürfnisse man hat, kann sich das Angebot für den passenden Anbieter auch schon einschränken.

Der passende Anbieter

Wie bei allen Produkten, die in großer Anzahl auf dem Markt vertreten sind, sollte man nicht auf das erst beste Angebot vertrauen, was vielleicht im Briefkasten liegt, sondern sich vorher zu den wichtigsten Punkten informieren. Auch wenn die Suche nach dem richtigen Anbieter schon einmal eine gewisse Verzweiflung hervorrufen kann, lohnt sich der Vergleich: Ob durch eine kurze Umfrage bei den Nachbarn oder mit Hilfe des Internets. Es gibt viele verschiedenen Möglichkeiten, um zu einer schnellen Internetverbindung zu gelangen, aber nicht jeden davon lässt sich in den eigenen vier Wänden realisieren und das hat oft einfach regionale Gründe. Derzeit kann man zwischen der klassischen DSL-Verbindung, dem Kabelinternet und einer Internetverbindung über Glasfaser wählen. Das Glasfaserangebot ist allerdings deutschlandweit nur sehr eingeschränkt nutzbar, da der Ausbau des Netzes noch am Anfang steht.

Auf folgende Aspekte sollte man bei der Auswahl eines Anbieters achten:

  • Prüfung der Verfügbarkeit
  • Angaben zur allgemeinen Surfgeschwindigkeit
  • Angaben zur Drosselung der Surfgeschwindigkeit
  • Mindestvertragslaufzeiten und Kündigungsfristen

Bei aller Überlegung muss man natürlich die Kündigungsfristen des vorherigen Anbieters beachten. Unnötige Doppelkosten aus alten Verträgen sollten nicht mit in die neue Wohnung genommen werden. Erst wenn der vorherige Vertrag abgelaufen ist, lohnt sich der Vergleich von neuen Anbietern für eine neue Internetverbindung.

Arbeitslosengeld Teil 1: Eigene Wohnung finanzieren

Arbeitslosengeld Teil 1: Eigene Wohnung finanzieren

Natürlich ist es generell möglich, eine Wohnung mittels ALG I oder ALG II zu unterhalten. Allerdings werden dir hier seitens der Ämter mehr Steine in den Weg gelegt. Besonders dann, wenn du noch zu Hause wohnst und noch nicht das 25. Lebensjahr erreicht hast.

Arbeitslosengeld I – Arbeitslos und eigene Wohnung

ALG I ist im Gegensatz zu ALG II (Hartz IV) keine Sozialleistung, sondern vielmehr ein sozialversicherungsrechtlicher Anspruch. Voraussetzung dafür ist, dass du in den letzten 2 Jahren bereits 360 Tage beitragspflichtig gearbeitet hast. Für arbeitssuchende, Beamte oder Freiberufler gilt dies beispielsweise nicht.

Die Höhe des ALG I richtet sich nach folgenden Kriterien:

  • Die Höhe des sozialversicherungspflichtigen Arbeitsendgeldes, welches du zuletzt bis zum Anspruch an ALG I durchschnittlich verdient hast (hier zählen auch Wehr- und Zivildienst)
  • Dauer des zuletzt versicherungspflichtigen Verhältnisses
  • Zutreffende Lohnsteuerklasse und Anzahl Kinder

Eine eigene Wohnung mit ALG I

Solange du ALG I beziehst, kannst du ohne Mitwirkung und Kürzung von Bezügen seitens der Arge in deine eigene kleine Bude ziehen. Sollte dieses nicht ausreichen, kannst du zusätzlich Wohngeld beantragen, ohne dass dadurch dein ALG I beeinflusst wird. Allerdings solltest du dir für den Fall, dass du   später auf ALG II herab gestuft wirst, gleich eine passende Wohnung suchen. Denn entspricht diese nicht dessen Richtlinien, kann dir die Arge Leistungen für Miete und Heizung auf den angemessenen Bedarf kürzen oder streichen. Wird Wohngeld abgelehnt, gibt es zur Not ALG II als Aufstockung. In diesem Fall wären ggf. auch Zuschüsse für eine Erstausstattung drin.

Arbeitslosengeld II

Arbeitslosengeld II ist im Wesentlichen die Zusammenfassung von Sozialhilfe und Arbeitslosenhilfe. Arbeitslosengeld II ist die Grundsicherung für Arbeitssuchende.
Sozialhilfe erhalten nur jene, die täglich nicht mehr als 3 Stunden einer Erwerbstätigkeit nachgehen können, z.B. Behinderte Menschen. Die Bedarfssätze sind aber in etwa dieselben.

Grundlagen zum ALG II

An dieser Stelle zunächst ein paar Grundlagen zum Arbeitslosengeld II.

Wer ist Leistungsberechtigt?

Alle Personen, die:

  • das 15. Lebensjahr vollendet haben
  • erwerbsfähig und
  • hilfebedürftig sind

Leistungen erhalten auch Personen, die mit erwerbsfähigen Leistungsberechtigten in einer Bedarfsgemeinschaft leben, etwa ihre Kinder.

Erwerbsfähig ist, wer nicht wegen Krankheit oder Behinderung auf absehbare Zeit außerstande ist, unter den üblichen Bedingungen des allgemeinen Arbeitsmarktes mindestens drei Stunden täglich erwerbstätig zu sein.

Hilfebedürftig bist du, wenn du deinen Lebensunterhalt nicht oder nicht ausreichend aus dem zu berücksichtigenden Einkommen oder Vermögen sichern kannst und keine anderen Sozialleistungen erhältst.

Hilfebedürftig kannst du auch sein, wenn dein Erwerbseinkommen zu gering ist und mittels ALG II aufgestockt wird.

Zu einer Bedarfsgemeinschaft zählen:

  • die im Haushalt lebenden Eltern
  • erwerbsfähige Hilfebedürftige
  • Partner (Ehegatten, Partner in eheähnlicher Gemeinschaft)
  • Alleinerziehende von Minderjährigen
  • minderjährige Kinder, die im Haushalt des Betroffenen selbst oder des Partners leben
    • reicht ihr eigenes Einkommen zur Sicherung des persönlichen Lebensunterhalts, zählen sie nicht zur Bedarfsgemeinschaft

Regelbedarf

Die Höhe des ALG II richtet sich nach der Bedürftigkeit des Antragsstellers.

Leistungsberechtigte Personen Regelbedarf
erwachsene alleinstehende Person 382 €
erwachsene alleinerziehende Person 382 €
erwachsene Person mit
minderjährigem Partner
382 €
alleinstehende Personen bis zur Vollendung des 25 Lebensjahrs oder erwachsene Personen bis zur  Vollendung des 25 Lebensjahrs, die ohne Zusicherung des kommunalen Trägers
umgezogen sind
306 €
erwachsene Partner einer Ehe,    Lebenspartnerschaft, oder eheähnlichen Gemeinschaft 344 €
Kind bis zum 5. Lebensjahr 224 €
Kind vom 6. Bis zum 13. Lebensjahr 255 €
Kind vom  15. Bis zum 17. Lebensjahr 289 €

Angemessene Mietkosten und Größe

Um niemanden in Bezug auf Leistungen zu bevorteilen, hält sich die Arge an festgelegte Rahmenbedingungen hinsichtlich der angemessenen Mietkosten und der entsprechenden Größe der Wohnung. Da die Mietpreise deutschlandweit stark schwanken, gibt es hierzu keinen Pauschalpreis. Oft ist ein Mietpreis im unteren Bereich der ortsüblichen Mieten angemessen.

Die Größe der Wohnung spielt nicht so eine große Rolle wie die Angemessenheit der Höhe der Miete. So kann es sein, das eine Wohnung größer als angemessen ist, der Mietpreis jedoch im Vergleich zu den örtlichen Durchschnittsmieten in einem akzeptablen Bereich liegt und von der Arge   akzeptiert wird.

Regelwerte für die Größe nach Personenanzahl:

  • eine Person: 45m²
  • zwei Personen: 60m²

Nebenkosten und Heizung

Neben dem Regelbedarf werden nach die tatsächlichen Kosten der Unterkunft und Heizung gezahlt, soweit sie angemessen sind.

Zu den Aufwendungen für die Unterkunft zählen neben der Kaltmiete auch die angemessenen Nebenkosten. Welche Nebenkosten angemessen sind, bemisst sich nach den jeweiligen Verwaltungsvorschriften der Kommune des Leistungsempfängers. Es können daher erhebliche Unterschiede in der Höhe der anerkannten Kosten bestehen. Überwiegend werden die angemessenen Kosten in Verwaltungsrichtlinien der Kommune festgelegt. Heizkosten sind in tatsächlicher Höhe zu übernehmen, soweit sie nicht aufgrund unwirtschaftlichen Verhaltens unangemessen hoch sind. Seit dem 1. Januar 2011 zählen ebenfalls zu den Heizkosten, auch wenn das Warmwasser zentral bereitgestellt wird.

Regelungen für eine eigene Wohnung

Du bist unter 25

Für ALG II Empfänger, die das 25. Lebensjahr noch nicht erreicht haben, steht
prinzipiell kein Anspruch auf Kostenübernahme für eine eigene Wohnung zu.

Hierfür gibt es allerdings auch Ausnahmen:

  • schwerwiegende soziale Gründe, die meist mit schwerwiegenden Problemen innerhalb der Familie zu tun haben
  • Umzug bzw. Auszug aus beruflichen Gründen

Ein Rausschmiss aus dem Elternhaus, ob in guter oder böser Absicht, wäre solch ein gravierender Grund, solange du bereits 18 bist. Auch wenn dir in diesem Fall die
vollen Bezüge zustehen, wird vorher je nach beruflicher Situation die Unterhaltsfähigkeit deiner Eltern überprüft. Verdienen sie zu viel, müssten sie dich weiter unterhalten, dir würde aber ggf. die Erstausstattung zustehen.

Kaum Bezüge, wenn du ohne einen Grund ausziehst!

Unter 25-Jährige, die ohne Zusicherung des Leistungsträgers ausziehen, erhalten nur 80 % des Regelbedarfs und haben in der Regel keinen Anspruch auf Übernahme der Kosten für Miete und Heizung. Die Erstausstattung entfällt hier ebenfalls. Somit wird es quasi unmöglich, eine Wohnung zu bezahlen.

Du bist über 25

Spätestens mit dem Erreichen des 25. Lebensjahres hast du ein Recht auf eine eigene Wohnung, da spätestens zu diesem Zeitpunkt die Unterhaltspflicht der Eltern erlischt und du nichtmehr zur ursprünglichen Bedarfsgemeinschaft zählst. Hier gelten die
selbigen Rahmenbedingungen und Bedarfssätze.

Was wird monatlich gezahlt?

Regelbedarf (siehe Tabelle) + Kaltmiete + Nebenkosten (auch Heizung)

Teil 2 der Artikelserie Arbeitslosengeld und eigene Wohnung

 

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