Erste gemeinsame Wohnung Zusammenziehen

Erste gemeinsame Wohnung Zusammenziehen

Mit dem Partner seiner Träume in die erste gemeinsame Wohnung ziehen, eines der schönsten Momente im Leben, wie ich finde. Anders als bei einer Single-Wohnung können aber auch allerhand Probleme die neue Gemeinschaft stören. Ob man wirklich zusammen passt, zeigt also erst das ständige Beisammensein. Nicht wenige Beziehungen müssen innerhalb der ersten Monate einen oder mehrere Härtetests durchlaufen. Schon bei der Wohnungseinrichtung gerät man erfahrungsgemäß oft aneinander. Klären wir zunächst, was sich mit einer gemeinsamen Wohnung prinzipiell ändert.

Was spricht für das Zusammenziehen mit dem Freund…

  • Möglichst alle Kosten werden gerecht geteilt, so bleibt mehr für jeden
  • Auch bei der Ersteinrichtung dürfte zu Beginn mehr zusammen kommen
  • Das Gefühl nach Hause zu kommen, wo bereits der Partner sehnsüchtig wartet, ist unbeschreiblich
  • Du bist nicht alleine, alle Probleme können gemeinsam gelöst werden
  • Auch die Hausarbeit wird komplett geteilt

Was dagegen spricht…

  • 2 Menschen, verschiede Bedürfnisse und Vorlieben, da sind häufige Konflikte vorprogrammiert
  • Je länger man zusammenlebt, umso öfter hat man den Wunsch, mal wieder völlig ungestört zu sein
  • Du kannst nicht einfach tun und lassen was du willst
  • Du musst auch mal zurückstecken können und Verständnis bringen, z.B. die Wahl des TV-Programmes dem Partner überlassen

Zusammenziehen – Planung ist das A und O

Durch die große Verliebtheit und Verbundenheit zum Partner scheint schon bald nichts wichtiger zu sein als ein gemeinsames Kuschelnest. Ist dies in die Tat
umgesetzt, zieht es vielen in kürzester Zeit die rosarote Brille von den Augen, da die Realität plötzlich ganz anders aussieht. So kann es immer öfter Stress geben, anstatt der gewohnten Zweisamkeit.

Das Zusammenziehen – Und typische Probleme

Durch voreiliges Zusammenziehen werden ungeahnte Gegensätze und Gewohnheiten des Partners deutlich. Wann der richtige Zeitpunkt für die erste gemeinsame Wohnung ist, muss jedes Paar für sich entscheiden. Im Idealfall haben Beide bereits das 18. Lebensjahr erreicht und können ihren Lebensunterhalt bis auf das Nötigste selbst finanzieren, ohne vom Partner abhängig zu sein. Ist dies nicht der Fall, kommt es spätestens in der ersten Wohnung zum großen Krach um das liebe Geld. Ideal ist das Zusammenziehen auch dann, wenn die ursprünglichen Wohnungen nicht weit voneinander entfernt liegen, damit sich für keinen der
Partner die Lebensumstände zu sehr verändern. Damit ist nicht nur die Entfernung zum Arbeitsplatz oder Schule gemeint, sondern auch die gewohnte Umgebung und der Kontakt zu Freunden und Verwandten. Wichtig ist letzten Endes, dass keiner der Partner zu große Opfer erbringen und auf Dinge verzichten muss, damit das Zusammenziehen klappt.

Gerade in jungen Jahren sollte das Zusammenziehen in die eigene Wohnung gut überlegt sein. Denn wenn die Beziehung den Härtetest nicht besteht, ist eine plötzliche Trennung von Hab und Gut genauso wenig einfach wie der Wiedereinzug bei den Eltern. Denn im Grunde kann nur einer in der Wohnung bleiben, während sich der ehemalige Partner eine neue Wohnung suchen muss oder zunächst wieder zu Hause einzieht. Problematisch kann es werden, wenn du die Wohnung allein nichtmehr bezahlen kannst. Deshalb ist es wichtig, dass sich bei Paaren beide als Hauptmieter im Mietvertrag eintragen. In diesem Fall muss der Partner dem plötzlichen Auszug zustimmen und kann so
seine eigene finanzielle Situation weiterhin sichern, bis eine Lösung gefunden wurde.

Dinge, die vor der ersten gemeinsamen Wohnung geklärt werden sollen

Bevor es richtig zur Sache geht, solltet ihr euch gründlich Gedanken über die Einteilung der Kosten, den groben Einrichtungsstil und der Haushaltsführung  für die erste gemeinsame Wohnung machen. Dafür muss man sich allerdings erst einmal darüber klar werden, wie man leben möchte.

  • Macht euch Notizen über folgende Fragen:
  • Welche Möbel können mitgenommen werden?
  • Wer kann wie viel Kapital für die Ersteinrichtung aufbringen?
  • Wie sollen die einzelnen Räume farblich gestaltet werden, damit jeder zufrieden ist?
  • Welchen Platz braucht man für Hobbys?
  • Ungefähre Lage, Größe und Ausstattung und Ansprüche an die erste gemeinsame Wohnung?  (Wanne, Balkon, Einbauküche etc.)

Schon während des Umzugs kann es ohne etwaige Planung zu heftigen  Auseinandersetzungen kommen, die nicht selten schon das Aus bedeutet haben. Daher sollten Paare immer bemüht sein, Kompromisse zu finden. Er darf die farbliche Gestaltung des Wohnzimmers übernehmen, während sie die Einrichtung des Schlafzimmers übernimmt.

Alle Wünsche und Vorstellungen gegenüber stellen und die Ergebnisse, mit denen jeder zufrieden ist, aufschreiben. So kann eigentlich nichts schiefgehen.

Weitere Lösungen auf typische Probleme findet ihr auch auf Wie-Wie.de

Erste Wohnung mit Freund oder Freundin: Kostenteilung und Kontoführung

Besprecht rechtzeitig, von welchem Konto die laufenden Kosten abgehen  sollen und wer was bezahlt. Es ist besonders wichtig, dass jeder einen gewissen Kostenanteil decken kann. Wenn 80% der Kosten vom Partner bezahlt werden, sind wiedermal Sorgen und Streitereien um das liebe Geld und die erste gemeinsame Wohnung vorprogrammiert. Der Idealfall wäre, wenn jeder 50% der laufenden Kosten (Miete, Strom, Lebensmittel, Telefon…) decken kann. Je nach dem, wessen Konto mit den dauerhaften Kosten belastet wird, ist es sinnvoll, das Kindergeld oder einen festen Betrag vom nicht belasteten Konto als Dauerauftrag umzuleiten, damit nicht jeden Monat neu überweisen werden muss. Dieser Betrag sollte alle Fixkosten zu 50% abdecken. Statt eines der vorhandenen Girokonten für die gemeinsamen Kosten zu verwenden, empfiehlt es sich ein Gemeinschaftskonto für diesen Zweck zu eröffnen. Einen Vergleich kostenloser Angebote bietet das Portal GemeinschaftskontoVergleich.de. Persönliche und individuelle Ausgaben kann dann jeder für sich bezahlen und die Kosten für die Wohnung laufen über das gemeinsame Konto.

2 Möglichkeiten der Kostenteilung:

  • Halbe-Halbe
    • Alle Ausgaben sauber aufgelistet und 50:50 Ob auch persönliche Ausgaben wie Friseur oder Mitgliedschaftsbeiträge aufgeteilt werden, muss jeder für sich klären.
  • Je nach Einkommen
    • DieseMethode bietet sich an, bzw. ist zwingend
      notwendig, wenn ihr ein stark differenziertes Einkommen habt. h. einer kann das Geld für die 50:50 Variante nicht aufbringen. Demnach wird der besser Verdienende auch einen dauerhaft höheren Anteil an den Kosten tragen, solange es ihm nichts ausmacht.

Zur besseren Kostenkontrolle empfehle ich, ein Haushaltsbuch zu führen. Dies scheint zu Beginn sehr lästig, erweist sich aber auf Dauer als sehr hilfreich, denn es entlarvt große Kostenfresser und gibt dir mit der Zeit ein Gefühl dafür, wo du wie viel ausgeben kannst. Eine entsprechende Vorlage findest du im Anhang.

Zusammenziehen ohne HürdenSo übersteht die Beziehung den neuen Alltag

Am Morgen zusammen aufwachen und ebenso am Abend wieder einschlafen. Dazwischen liegen oft nicht nur die schönen Dinge des gemeinsamen Lebens, sondern von nun an auch Streitigkeiten wegen zumeist banalster Dinge wie dem Abwasch, Geld, Haushaltsführung, eingeengter Privatsphäre oder die merkwürdigen Freunde des Partners.

Dies ist natürlich nicht schön und keiner kann sich dies vor dem Zusammenziehen tatsächlich vorstellen. Tatsächlich entsprechen diese Tatsachen aus eigener Erfahrung oft der Realität. Du musst lernen, dich an die Lebensgewohnheiten des Partners anzupassen. Egal ob Fehlverhalten, Nachlässigkeit oder Versehen, sprich Probleme unbedingt an. Jene in sich hinein zu fressen, wirkt sich auf Dauer sehr schlecht auf eine funktionierende Partnerschaft aus. Versuche Kompromisse einzugehen, die für beide Seiten akzeptabel sind. Von Zeit zu Zeit sollten sich damit immer weniger Probleme wiederholen.

Erste gemeinsame Wohnung: Die Privatsphäre

Eines der wichtigsten Grundprinzipien in der ersten gemeinsamen Wohnung sind ausreichend Freiraum und Privatsphäre. Somit sollte jeder sein eigenes Zimmer haben, um sich bei Streitigkeiten oder bei bloßem Willen nach Ruhe und Entspannung in sein eigenes Reich zurückziehen zu können. Natürlich sollst du jetzt keine 4-Raum Wohnung mieten. Eine mit 2 Räumen ist jedoch aus eigener Erfahrung zu wenig, auch wenn sie aus finanzieller Sicht zunächst sinnvoller erscheint.

Nehmt euch, wenn das Geld es hergibt, eine 3-Raum Wohnung, quasi ein zusätzliches Arbeitszimmer. Dieses soll nicht nur als solches fungieren, sondern auch als Rückzugsort dienen. Außerdem muss der PC (meist auch Schreibtisch) selbst bei 2-Raum Wohnungen mit im Wohnzimmer seinen Platz finden. Dies kann auf Dauer sehr nervig werden, wenn der Partner beispielsweise nebenbei ständig den Fernseher laufen lässt.

Erste gemeinsame Wohnung: Setzt Grenzen und Regeln

Hat man sich zunächst erst einmal eingelebt, fallen plötzliche Gewohnheiten des Partners auf, die man noch gar nicht kannte und oft zur plötzlichen Krise führen kann. Daher solltet ihr frühzeitig gewisse Grenzen und Regeln setzten, um dieselben Krisenherde in Zukunft zu vermeiden.

Die gegenseitige Rücksichtnahme spielt also eine ganz entscheidende Rolle. Es ist zu vergleichen mit der Kunst des Geben und Nehmen. Fragen deinen Partner, ob es in Ordnung geht, dass gleich Kumpels zum Fußball gucken kommen oder der Freundinnenklatsch zu Hause stattfindet. Hierbei geht es nicht um das Was, sondern um das Wo. Denn der Partner kann und darf nicht gezwungen werden, die Wohnung und damit sein Reich für die Freunde des Partners zu räumen und ggf. wieder zurück zu stecken.

Versuche nicht, den Partner zu erziehen

Versuche nicht deinen Partner zu erziehen, indem er sich deinen Lebensgewohnheiten komplett anpasst, so wie du es gern hättest. Bei Problemen hilft nur ein klärendes Gespräch mit offenen Karten. So soll ruhig angesprochen werden, dass sich der Mann auch mal mehr am Hausputz beteiligen könnte, wohingegen sie nicht so oft vor dem Fernseher lungern soll. So muss jeder Part Abstriche bei seinen Ansprüchen machen und Kompromisse eingehen, damit auch in der gemeinsamen Wohnung eine harmonische Beziehung herrscht.

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Erstausstattung eigene Wohnung durch die Arge

Erstausstattung eigene Wohnung durch die Arge

Eine Ersteinrichtung wird in der Regel nur den Empfängern von ALG II und Sozialgeld gezahlt. Allerdings haben auch jene Personen Anspruch auf eine einmalige Beihilfe, die keine Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts beziehen und sich die Ersteinrichtung durch geringes Einkommen und kaum angespartes Vermögen nicht leisten können. Ein Anspruch auf Erstausstattung besteht außerdem nur, wenn dies auch tatsächlich deine erste Wohnung ist. Bei einem Umzug gibt es nichts. Zur Erstausstattung der Wohnung gehören Einrichtungsgegenstände und Haushaltsgeräte, wie Kühlschrank, Herd, Waschmaschine und so weiter.

Erstausstattung – Pauschalzahlung seitens der Arge

Die Erstausstattung wird in Form von Pauschalen gewährt. Allerdings können diese deutschlandweit stark variieren, je nach Ansicht der Arge.

Volljährige Person: Allgemein 809 €, in Sachsen laut Gericht 1.100 €,  oft auch bis zu 1.800€

Einrichtung für Kind:  nochmals 224 €

Größere Haushaltsgeräte, welche nicht vom Vermieter bereitgestellt werden, erhöhen den Gesamtbezug (z.B. Waschmaschine). Einen Maximalbetrag gibt es nicht, allerdings sind Beträge bis etwa 1.800 € laut neusten Gerichtsurteilen und Erfahrungsberichten durchaus machbar. Hier ist auch der Verweis auf Gebrauchtmöbel oder bestimmte Sozialkaufhäuser zulässig.

Allerdings muss es möglich sein, zu den bewilligten Preisen auch tatsächlich die genehmigten Möbel zu bekommen. Zur Not muss die ARGE Dir auch den Nachweis verschaffen, wo es genannte Gegenstände zum entsprechenden, laut Arge angemessenen Preis, gibt. Sind die bewilligten Beträge dagegen nachweislich zu niedrig angesetzt, können höhere Beträge notfalls auch gerichtlich geltend gemacht werden.

Solltest du mit deinem Partner zusammenziehen, welcher keine Leistungen im Sinne von ALG erhält, wird die Erstausstattung nicht gekürzt.

Die Erstausstattung kann unter folgenden Situationen bewilligt werden:

Aufstocker

Wenn du ALG II als Aufstockung erhältst, wärst du dem Grunde nach ebenfalls berechtigt, unter bestimmten Voraussetzungen Geld für die Erstausstattung zu erhalten. Eine Aufstockung kann zusätzlich zu allen möglichen Einnahmen erfolgen, wenn diese zur Sicherung des Lebensunterhaltes nicht ausreichen. Staatliche Zuschüsse wie BAB und BAföG schließen diese zwar dem Grunde nach aus, allerdings lässt auch hier das Gesetz ein paar Lücken für Ausnahmen. Informiere dich dahingehend beim zuständigen Arbeitsamt.

ALG II Empfänger über 25

Sobald du als ALG II Bezieher das 25. Lebensjahr erreicht hast, kannst du ohne triftigen Grund von zu Hause ausziehen und eine geeignete, angemessene Wohnung suchen. Dahingehend wird dir auf Antrag auch die Erstausstattung bezahlt. Allerdings solltest du auch hier vorher beim zuständigen Amt nachfragen.

ALG II Empfänger unter 25

Bist du unter 25, wird es schwieriger. Hierfür müsstest du wie schon erwähnt in der künftigen Stadt ein Jobangebot vorlegen, oder dich einfach zu Hause rausschmeißen lassen, sofern du bereits 18 bist. Dies gilt als Härtefall und würde Leistungen für die Erstausstattung begründen. Verdienen deine Eltern zu viel, müssen sie dir entsprechend Unterhalt leisten oder wieder zu Hause aufnehmen. Beziehen sie selbst ALG II, wird es einfacher für dich.

ALG II in der Übergangszeit

Sobald die Übergangszeit zwischen zwei Ausbildungen, beispielsweise zwischen Abitur und Studium, länger als 4 Monate dauert, musst du dich beim Arbeitsamt
arbeitssuchend melden.

Hinweis

Solltest du schon einen Ausbildungsplatz (auch Studium etc.) haben, kannst du dir bereits eine eigene Wohnung in dessen unmittelbarer Nähe suchen. Unter Gebrauch des oben genannten Härtefalls kann dir dann unter Umständen Geld für die Erstausstattung bewilligt werden. Hierfür wäre es Ideal, wenn du innerhalb dieser Übergangszeit ALG II beziehst. Hast du noch keine abgeschlossene Berufsausbildung, müssen deine Eltern den Antrag stellen. Sobald die Ausbildung beginnt, greifen dann wieder BAföG oder BAB. ALG II ist hierbei nur für die
Erstausstattung sinnvoll. Für die Dauer der Überbrückung musst du dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen und dich arbeitssuchend melden. Allerdings kannst du i.d.R. innerhalb der paar Monate sowieso nur schlecht an Firmen vermittelt werden.

Wie mache ich einen solchen Antrag?

Informiere dich zunächst persönlich beim örtlichen Amt, ob dir tatsächlich etwas zusteht. Anschließend einfach einen formlosen Antrag bei der Arge abgeben und aufzählen, welche Gegenstände du benötigst, vom Besteck zum Essen bis zu den Gardinen oder Vorhängen pro Fenster. Bevor der ausgerechnete Bedarf ausgezahlt wird, kommt evtl. ein Sachbearbeiter vorbei, um deine Angaben zu überprüfen. Das bedeutet auch, dass erst bei Bezug der Wohnung die Notwendigkeit der Ausstattung entsteht und genehmigt wird. Da letzten Endes nur der Geldbetrag überwiesen wird, kannst du auch schon vorher Möbel besorgen. Wird der Antrag sofort bewilligt, folgt höchstens eine spätere Kontrolle, ob du das Geld auch wirklich zweckmäßig verwendet hast. Dahingehend also alle Kaufbelege sammeln. Vor der Genehmigung kommen sie eher selten. Mach einfach einen ehrlichen Eindruck.

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Checkliste für die erste Wohnung

Checkliste für die erste Wohnung

Kaum ist der Mietvertrag unterschrieben und der Umzug bereits im Gange, kann man in all dem Stress erfahrungsgemäß die ein oder anderen Dinge vergessen, die eigentlich in jede Wohnung gehören. Neben den großen und kleinen Einrichtungsgegenständen sind es aber gerade die scheinbar unwichtigen Hilfsmittel, die gerade beim Umzug schon sehr vermisst werden können. Diese dann im Nachgang noch zu beschaffen schafft unnötig mehr Stress und Ärger. Die erste Wohnung einrichten ohne Probleme? Ab sofort kein Problem!

Unsere Checkliste für deine erste Wohnung

Für Küche Für Bad
  Geschirrhandtücher, Küchenrolle   Duschvorhang und Matte
  Bratpfanne, Kochtöpfe   Zahnputzzeug
  Gläser(Wein, Schnaps, Normal)   Parfüm/Deos etc.
  Tassen, Becher   Toilettenpapier
  Esstisch und Stühle   Shampoos und Duschgel
  Milch, Tee, Kaffee, Kakao   Lappen und Putzmittel
  Gewürze(Salz und Pfeffer…)   WC-Bürste
  Kleine, mittlere und große Teller   Handtücher
  Öle und Essig   Spülmittel und Waschmittel
  Besteck(besondere Messer etc.)   Glas- und Essigreiniger
  Küchenschränke   Waschbeckenunterschrank
 Spüle mit Armatur   Waschbeckenunterschrank
  Küchenschränke   Spiegel / Spiegelschrank

 

Elektrogeräte Werkzeuge
  Radio   Hammer
  TV   Nägel und Schrauben
  Kühlschrank/Tiefkühlschrank   Zange
  Staubsauger (und Beutel)   Schraubendreher
  Mikrowelle   Bitset
  Wasserkocher   Dübel
  Toaster   Maßband/Zollstock
  Föhn   Bohrmaschine
  Ofen/Herd    Zollstock
  Computer und Drucker  Kreppband

 

Sonstiges
  Taschentücher   Besen, Putzeimer
  Aluminiumfolie, Frischhaltefolie   evtl. Tierbedarf
  Wecker   Bettzeug(Decken, Bezüge…)
  Fahrrad   Medikamente(Aspirin)
  Papier und Schreibzeug   Lampen für alle Räume
  Bügelbrett und Bügeleisen   Schuhabtreter
  Wäschekorb und Wäscheständer   Taschenlampe
  Rollos, Gardinen und Vorhänge alle Zimmer   Verlängerungskabel

 

Unterhalt: Eigene Wohnung, Erste Wohnung

Unterhalt: Eigene Wohnung, Erste Wohnung

Unterhalt und eigene Wohnung: Was steht mir zu?

  • 8 Minuten Lesedauer

Autor: Christoph Wiemer
Position: Inhaber

Unterhaltsberechtigt kann unter bestimmten familiären Bedingungen jeder sein, solange er zur Bestreitung des Lebensbedarfs die eigenen Mittel nicht mehr aufbringen kann. Jene Unterhaltsansprüche können z.B. zwischen Ehegatten oder Verwandten gerader Linie entstehen, sowie natürlich hauptsächlich für die Eltern gegenüber deren Kindern.

Rein rechtlich kannst du also mit der eigenen Wohnung von deinen Eltern Unterhalt verlangen, da sie bis zum Abschluss eines ersten qualifizierten Berufsabschlusses oder bis zum Erreichen des 25. Lebensjahres unter bestimmten Voraussetzungen für deinen Unterhalt verpflichtet sind.

Ab wann darf man eine eigene Wohnung bewohnen?

Ab 18 Jahren darfst du deinen Wohnsitz frei wählen. Soweit junge Erwachsene also finanziell auf eigenen Beinen stehen können, braucht es keine Einwilligung bzw. Erlaubnis seitens des Amtes oder der Eltern. Ganz egal ob du mit 18 noch Schüler, oder als arbeitssuchend gemeldet bist, du darfst grundsätzlich von zu Hause
ausziehen und eine eigene Wohnung mieten. Allerdings muss dieser dann dafür auch das Geld haben – die Eltern sind meist nicht verpflichtet, grundsätzlich eine eigene Bude zu finanzieren.

Welche Faktoren bestimmen den Unterhalt?

Finanzielle Unterstützung von der Agentur für Arbeit kannst du erhalten, wenn du deine erste Ausbildung startest und aus diesem Grund in deine erste eigene Wohnung ziehst. Dein Antrag auf Berufsausbildungsbeihilfe – kurz BAB – sollte erfolgreich sein, sofern diese Voraussetzungen erfüllt sind:

  • $Deine berufliche Situation, dein Alter, dein Einkommen
  • $Einkommen der Eltern
  • $Eigene Wohnung oder im Haushalt der Eltern lebend
  • $Insgesamt die Notwendigkeit, abhängig von 1.

Unterhalt: Minderjährige und volljährige Kinder

Bis zum 18. Lebensjahr sind deine Eltern zum Betreuungsunterhalt sowie Barunterhalt verpflichtet. Sind sie geschieden, trifft auf jedes Elternteil eine der beiden Pflichten zu. Das heißt derjenige Elternteil, der das Kind nicht betreut, ist automatisch bar unterhaltspflichtig. Mit der Vollendung des 18. Lebensjahres erlischt der Anspruch auf Betreuung, außer du wohnst noch zu Hause und befindest dich in der ersten Ausbildung, welche zu einem qualifizierten Berufsabschluss führt. Bei Minderjährigen wird das eigene Nettoeinkommen dem Unterhaltsbedarfssatz nur zur Hälfte angerechnet, bei Volljährigen komplett.

Orientierungsphase nach der schulischen Ausbildung

Die Orientierungsphase beträgt nach Abschluss der allgemeinen Schulausbildung genau ein Jahr. Dadurch steht es dir als Kind frei, in dieser Zeit einen Job anzunehmen, ein freiwilliges soziales Jahr zu beginnen oder hierdurch ein Jahr im Ausland zu leben und eine fremde Sprache und Kultur kennen zu lernen.

Aber: Ist das FSJ (Freiwillige Soziale Jahr), oder eine andere Tätigkeit wie z.B. Auslandsaufenthalt, nicht Voraussetzung bzw. Bestandteil einer Ausbildung oder Studium, besteht zu dieser Zeit kein Anspruch auf Unterhalt. Natürlich können deine Eltern aber auch weiterhin freiwillig Unterhalt zahlen. Kindergeld steht dir während dieser Zeit auf jeden Fall zu, Wohngeld kann es ebenfalls geben. ALG II wird schwierig, da deine Eltern dir gegenüber als U25 ohne abgeschlossene Ausbildung dem Grunde nach unterhaltspflichtig sind. Einfach mal bei der Arge nachfragen.

Wenn eine eigene Wohnung aufgrund der Entfernung erforderlich ist

Wenn wegen einer Berufsausbildung oder eines Studiums ein Wohnungswechsel notwendig wird, müssen die Eltern Unterkunft und Lebensunterhalt in einer anderen Stadt finanzieren – soweit sie hierzu in der Lage sind. Mehr als 640 Euro müssen sie dafür allerdings in der Regel nicht pro Monat aufbringen.

Wann besteht nun grundsätzlich Barunterhaltsanspruch für eine eigene Wohnung?

  • $Betreuungs- und Barunterhaltsanspruch bis zum 18. Lebensjahr, wobei die Eltern dem Auszug zustimmen müssen
  • $Grundsätzlich während der allgemeinen Schulpflicht und bis zur ersten abgeschlossenen Berufsausbildung
  • $Ab dem 18. Lebensjahr während einer Ausbildung (Schule, duale Ausbildung oder Studium)
  • ?Jedoch maximal bis zum Erreichen des 25. Lebensjahres
  • $Während einer Übergangszeit von bis zu 3 Monaten
  • $Bei Abbruch einer Ausbildung innerhalb der einjährigen Orientierungsphase nach Beendigung der Schulpflicht (ab Hauptschule)
  • $Ein Studium nach abgeschlossener Erstausbildung, wenn dieses als Weiterbildung einzuordnen ist

Was passiert, wenn die Eltern keinen Unterhalt leisten können?

Du kannst dann BAföG oder BAB beantragen je nach beruflicher Situation bzw. dann steht dir mit großer Wahrscheinlichkeit was zu. Wenn eine eigene Wohnung vorliegt, zahlen die Bafög-Ämter einen höheren Satz. Das gilt auch für minderjährige Studenten. Warum die Kinder bei ihren Eltern ausgezogen sind, interessiert die Bafög-Ämter nicht. Sie fragen auch nicht, ob die Eltern am Studienort leben. Wer staatliche Ausbildungsförderung erhält und auszieht, muss das dem Amt nur mitteilen – und bekommt ab dem Monat des Auszugs mehr Geld vom Staat.

Was gilt bei ALG I / II ?

Arbeitssuchende und Geringverdiener unter 25 Jahren müssen sich für die räumliche Trennung von ihren finanziell bedürftigen Eltern, zunächst eine Erlaubnis vom
zuständigen Amt einholen. Wird keine Zustimmung eingeholt, so werden von den Ämtern auch keine Unterkunftskosten übernommen.

Moralische Werte: Ist dies überhaupt der richtige Weg?

Hierbei spielt auch die Moral eine nicht weniger bedeutsame Wertstellung. Du solltest dir im Klaren darüber sein, ob deine Eltern überhaupt in der Lage sind, dir monatlich Geld zukommen zu lassen, auch wenn dies die Ämter für angemessen
halten. Wenn sie selbst nur ein kleines Einkommen haben, wäre es nahezu dreist, noch Geld zu verlangen, damit sie dir deine Wohnung finanzieren. Nicht Wenige haben ihre Beziehung zu den Eltern stark strapaziert, weil sie auf Grundlage des Rechts darauf bestanden haben, Unterhalt zu bekommen. Sollte die Entfernung allerdings eine vom Elternhaus entfernte, eigene Bleibe voraussetzen, sieht dies schon anders aus.

Auch wenn die Eltern über den Freibeträgen liegen, können sie in der heutigen Zeit oft nicht allzu viel für die eigene Wohnung oder die Ausbildung beisteuern, da die Realität abseits der Freibeträge i.d.R. ganz anders aussieht.

Unterhalt: Bedarf und Berechnung nach Düsseldorfer Tabelle

Die Tabelle ist kein Gesetzt, sondern eher als Richtlinie zu sehen, welche auch bei Gericht herangezogen wird. Auch hier wird zum Großteil nur auf die relevanten Fakten bei einer eigenen Wohnung eingegangen, da es sonst den Rahmen sprengen würde.

Für volljährige Kinder, welche Anspruch auf Barunterhalt haben und eine eigene Wohnung mieten, oder wie du mieten wollen, beträgt der Unterhaltsbedarf 670 Euro monatlich, egal ob Schüler, Student, Azubi. Hierbei sind 280 € für Unterkunft mit Nebenkosten u. Heizkosten (Warmmiete) enthalten.

Wichtig: Das Kindergeld wird bei Minderjährigen hälftig, bei Volljährigen zu 100% angerechnet.

 

Nettoeinkommen des
Unterhaltspflichtigen in €

 

12-17

 

Ab 18

Bedarfskontrollbetrag    in €
Bis  1.900 497 € 530 €  
1.901 – 2.300 522 € 557 € 1.400
2.301 – 2.700 547 € 583 € 1.500
2.701 – 3.100 572 € 610 € 1.600
3.101 – 3.500 597 € 636 € 1.700
3.501 – 3.900 637 € 679 € 1.800
3.901 – 4.300 676 € 721 € 1.900
4.301 – 4.700 716 € 764 € 2.000
4.701 – 5.100 756 € 806 € 2.100
5.101 – 5.500 796 € 848 € 2.200

Diese Tabelle zeigt ja nach Gesamteinkommen (Netto) deiner Eltern (Linke Spalte) und deinem Alter (über oder unter 18 Jahren) deinen Unterhaltsbedarf. Dies nur zum besseren Verständnis, denn wenn du eine eigene Wohnung beziehen möchtest, zählt der Regelsatz von 670 €.

Das Kindergeld ist an Volljährige auszuzahlen und wird in voller Höhe auf den Bedarf angerechnet. Da kein Betreuungsunterhalt (zu Hause wohnen) mehr geleistet werden kann, ist beim volljährigen Kind die Barunterhaltspflicht auf beide Eltern zu verteilen.

Dein eigenes Einkommen wie Ausbildungsvergütung, sowie Halbwaisenrente oder Stipendien werden vollständig angerechnet und mindern die mögliche Unterhaltssumme. Gelegentliche Erwerbstätigkeiten nebenbei, z.B. bei Studenten, werden nicht einberechnet. Im Gegensatz dazu jedoch 450€ Jobs. Allerdings bleibt hiervon ein Teil für berufsbedingte Aufwendungen anrechnungsfrei, mindestens 60 Euro.

Doch wie wird nun der Unterhalt berechnet?

Nun wird es komplizierter.
Man ermittelt das bereinigte Nettoeinkommen jedes Elternteils, von dem jeweils der Selbstbehalt in Höhe von EUR 1.200,00 abgezogen wird. Ist der Unterhaltspflichtige nicht erwerbstätig, beträgt der Selbstbehalt 960€. Von dem Bedarf von 670 € werden zunächst Kindergeld abgezogen, sowie weitere eigene Einkommen des Kindes, je nach dessen Anrechnung. Der daraus resultierende Betrag muss dann von den Eltern anteilig, je nach Einkommen, gezahlt werden. Allerdings nur, wenn nach Abzug des Selbstbehaltes der Eltern noch ein Betrag übrig bleibt, welcher den zuvor errechneten Bedarf des Kindes decken kann. Ist dies nicht der Fall, greift Beispielsweise BAföG oder BAB. Klingt logisch oder?

Beispielberechnung:

(Kind studiert auswärts, kein zusätzliches Einkommen, 670 € Bedarf)

Vater verdient EUR 4.100,00 ; die Mutter EUR 2.100,00

Davon werden EUR 219,00 Kindergeld abgezogen.

Folglich müssen die Eltern anteilig EUR 451,00 aufbringen.

Vater hat Einkommen von EUR 2.900,00 (4.100,00 abzüglich 1.160,00 Selbstbehalt)
Mutter hat Einkommen von EUR 900,00 (2.100,00 abzüglich 1.160,00 Selbstbehalt)

Vater zahlt damit 451 x 2940 : 3800 = EUR 348,93
Mutter zahlt damit 451 x 940 : 3800  = EUR 111,56

Ganz nebenbei:  Es gibt hier kein BAföG, da Einkommensgrenzen der Eltern bereits überschritten wurden.

Das wichtigste zum Unterhalt zusammengefasst:

Generell kann dein Unterhalt nur über ein Gericht festgelegt werden, wenn dir deine Eltern freiwillig kein Geld zukommen lassen. An dieser Stelle vorausgesetzt, sie seien zu diesem Zeitpunkt tatsächlich in der Unterhaltspflicht. Unterhaltspflichtig sind sie nach dem Gesetz bis zum Abschluss eines ersten qualifizierten Berufsabschlusses (z.B. Berufsausbildung oder Hochschulstudium) und solange du noch unter 25 bist. Dadurch wird der Unterhalt bei fast allen staatlichen Leistungen vorgezogen (außer Wohngeld), unabhängig davon, ob deine Eltern den errechneten Unterhalt tatsächlich zahlen (wollen oder können).

Wie viel Unterhalt dir tatsächlich zusteht, erfährst du durch die Bedürftigkeitsprüfung für BAföG oder BAB. Steht dir dem Grunde nach nichts zu, bist du hauptsächlich auf dein eigenes Einkommen, Kindergeld sowie Unterhalt angewiesen, wobei Letzteres in Hinsicht auf die eigene Wohnung sehr oft zu Konflikten innerhalb der Familie führt, vor allem dann, wenn der Auszug nicht zwingend notwendig ist. Sicherlich ist es jedoch möglich, eine eigene Wohnung mittels Kindergeld und Unterhalt (670 € –219 € = Unterhalt) zu finanzieren. Zumindest da deine Eltern dem Gesetz nach barunterhaltspflichtig wären, solange du das 18. Lebensjahr erreicht hast und noch keine abgeschlossene Ausbildung besitzt.

Allerdings ist diese Vorgehensweise moralisch sehr bedenklich. Daher empfiehlt es sich, dieses Thema erst gar nicht anzusprechen, sondern in einem günstigen Augenblick nach einem kleinen monatlichen Taschengeld zu fragen. Sicherlich werden dir deine Eltern oder Verwandten hin und wieder mal ein kleines Sümmchen zustecken oder zum Einzug einen Umschlag mit Geld überreichen. Sollte deine Ausbildung oder leibliches Wohl zu Hause gefährdet sein, dir deine Eltern jegliche Unterhaltszahlungen trotz gutem Einkommen verweigern (und damit jegliche Bezüge wegfallen), solltest du tatsächlich den Unterhalt einklagen.

Kindergeld Erste Wohnung

Kindergeld Erste Wohnung

Kindergeld ist eine staatliche Zahlung der Familienkasse an die Erziehungsberechtigten und wird i.d.R. bis zum 25. Lebensjahr gezahlt. Seit 2012 entfällt die aufwändige Einkommensüberprüfung bei volljährigen Kindern unter 25 Jahren für Kindergeld und Kinderfreibeträge. Das spart Eltern beim Kindergeldantrag und bei der Einkommensteuererklärung für das Kindergeld aufwendige Nachweise. Eltern bekommen auch dann eine weitere volle Kindergeld Auszahlung, wenn ihr Kind während seiner ersten Berufsausbildung oder seines Erststudiums hinzuverdient, egal wie viel.
Einschrän¬kungen greifen erst, wenn sich noch eine zweite Ausbildung anschließt. Dann fließt das Kindergeld nur noch, wenn das Kind nicht mehr als 20 Wochenstunden regelmäßig jobbt – und wie bisher auch nur bis zum 25. Geburtstag.

Sobald du ausziehst, kannst du deine Eltern darum bitten, dir das Kindergeld monatlich auf dein Konto überweisen zu lassen. Die Familienkasse kann das Kindergeld auf Antrag auch direkt überweisen (als Abzweigung), wenn die Erziehungsberechtigten zustimmen und du bereits in einem eigenen Haushalt wohnst. Den Antrag übermittelt dir die zuständige Familienkasse jährlich per Post.

Neuerdings kann der Antrag auch online ausgefüllt, ausgedruckt und per Post hingeschickt werden.

Wann wird Kindergeld bei eigener Wohnung gezahlt?

  • Bis zum 18. Lebensjahr für jedes Kind
  • Von da an musst du dich in einem Ausbildungsverhältnis befinden (Schule, duale Ausbildung, Studium etc.
  • Kindergeld gibt es bis zum 25. Lebensjahr, Wehr- und Zivildienst verschieben diese Grenze nach hinten

Hinweis: Zu dieser Zeit hast du kein Recht auf Kindergeld

  • Bei einer Übergangszeit von bis zu vier Monaten, in welcher du quasi nichts machst (z.B. zwischen Schulabschluss und Ausbildung)
  • Ob du mit deinem Partner in die erste gemeinsame Wohnung ziehst oder allein wohnst, spielt keine Rolle

Ist dieser Zeitraum größer, musst du arbeitssuchend gemeldet sein und bekommst bis zum 21. Lebensjahr Kindergeld, solange du dich glaubhaft um eine Ausbildung bzw. Job bemühst

Wann steht keines zu?

– Wenn du dich in keinem weiterbildenen Verhältnis befindest

– Wenn du über 25 Jahre alt bist

– Während des Wehr- bzw. Zivildienstes

Hinweise zur Einkommensgrenze

Kindergeld wird bei einem Jahreseinkommen von bis zu 8.004 € gezahlt. Liegt das Einkommen im Kalenderjahr über der Freigrenze, entfällt das Kindergeld rückwirkend für das ganze Jahr.

Berücksichtigt wird allerdings nur das Einkommen aus jenen Kalendermonaten, in welchen Kindergeldanspruch bestand. Somit sinkt die Einkommensgrenze jedoch gleichzeitig um ein Zwölftel je Monat. Es kann auch jener Fall eintreten, dass das tatsächliche Einkommen im zurückliegenden Jahr erst später durch die Familienkasse aufgedeckt wird, wodurch rückwirkend der gesamte Betrag, also mindestens 2.208,00 €, zurück gezahlt werden müssen.

Sollte also schon zu Beginn des Jahres feststehen, dass dein Jahreseinkommen über der Freigrenze liegt, gibt es von Anfang an kein Kindergeld.
Auch ein Verzicht auf einmalige Zahlungen des Arbeitgebers wie dem Urlaubsgeld wird in der Regel nicht akzeptiert, um noch unter die Freigrenze zu gelangen.

Wie viel Kindergeld?

Abhängig von der Anzahl der Kinder deiner Eltern:

– bis 2 Kinder 184€

– bis 3 190€

– für jedes Weitere 215€

Was passiert in einer Übergangszeit zur nächsten Ausbildung?

Bei einer Übergangszeit von maximal 4 Monaten wird Kindergeld gezahlt.
Beträgt der Zeitraum beispielsweise ein halbes Jahr,  wirst du keines bekommen und musst dich stattdessen beim Arbeitsamt als arbeitssuchend melden

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Zu Hause ausziehen: Mit 16 oder 17 Jahren

Zu Hause ausziehen: Mit 16 oder 17 Jahren

Möglichst bald von zu Hause ausziehen und in die eigene Wohnung schlüpfen. Wer hat schon nicht bereits im Kindesalter daran gedacht, nachdem es wieder Mal Ärger mit den Eltern gab. Wie schon in einem der vorigen Artikel erwähnt, ist der Auszug auf rein rechtlicher Basis erst mit der Vollendung des 16. Lebensjahres möglich.

Ausziehen mit 16 oder mit 17 – Macht das einen Unterschied?

Im Grunde genommen kannst du eine eigene Wohnung oder WG beziehen, sobald du die Einwilligung deiner Eltern bekommst. Hierbei spielt es keine Rolle, ob du erst 16, oder schon 17 Jahre alt bist. Sie haben bis zu deiner Volljährigkeit das Aufenthaltsbestimmungsrecht und können quasi entscheiden, wo du wohnst, ob du willst oder nicht. Beachte auch, dass sie nach wie vor die volle Verantwortung für dich tragen. Dies ist einer der Gründe, warum viele Eltern ihre Kinder nicht ohne triftigen Grund ausziehen lassen.

Wichtig:

Deine Eltern müssen bis zu deinem 18. Lebensjahr alle Verträge für dich mit unterschreiben, somit auch einen etwaigen Mietvertrag für die erste eigene Wohnung. Zudem sind sie für deine finanzielle Absicherung verpflichtet und müssen dich dementsprechend stützen. Das bedeutet für dich, dass ihre Unterhaltsfähigkeit immer jeglichen staatlichen Leistungen (außer Wohngeld) vorgezogen wird, solange ihre Einkommen die Freibeträge überschreiten.

So kann es trotzdem klappen:

Wenn du bereits mit 16 oder 17 nach dem Realschulabschluss eine betriebliche Ausbildung beginnst, bekommst du somit auch eine Ausbildungsvergütung. Abhängig von der Höhe der Vergütung kannst du dir bereits eine eigene Wohnung leisten und bräuchtest nun noch das Einverständnis der Eltern. Sollte die Lage zu Hause ohnehin angespannt sein, werden sie mit Sicherheit zustimmen und dir zusätzlich das Kindergeld überweisen.

Eine weitere Alternative könnte auch eine durch Schüler-BAföG geförderte, schulische Ausbildung sein. Allerdings gibt es auch hier einige Voraussetzungen, wie die Entfernung zum Elternhaus sowie Unterhaltsfähigkeit.

Gibt es staatliche Unterstützung?

Abgesehen vom Kindergeld kannst du zusätzlich BAB bekommen, abhängig von deinem Einkommen und dem deiner Eltern. Wohngeld ist beispielsweise ausgeschlossen, da du ja dem Grunde nach Anspruch auf BAB hast. Dessen Ablehnung müsstest du sonst vorlegen. Wie auch schon im Artikel Unterhalt erklärt, bist du zwar durch deine Eltern unterhaltsberechtigt, durch zu setzen wäre dies allerdings nur durch ein gerichtliches Verfahren.

Zusammenfassung

Wie du siehst, ist eine eigene Wohnung unter 18 auf jeden Fall machbar. Kümmere dich rechtzeitig um einen Ausbildungsplatz, um die erste Wohnung in solch jungen Jahren auch stemmen zu können. Eine gute Mischung aus Kindergeld, Nebenjob, Wohngeld und ggf. Unterhalt wäre eine weitere, machbare Lösungsmöglichkeit. Solltest du aus familiären Gründen gezwungen sein, aus zu ziehen, dann wende dich an das Jugendamt.

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